Solingen: Kottentag muss ausfallen

Solingen/ Bitter und traurig zeigte sich gestern Abend Kuratoriumsvorsitzende Nicole Molinari vom Balkhauser Kotten. Im Namen des Vorstands musste sie mitteilen, dass man gemeinsam beschlossen habe, die gute Tradition des Balkhauser Kottentags dieses Jahr zu unterbrechen. Am kommenden Sonntag hätte der beliebte Balkhauser Kottentag die Besucher mit verschiedenen Aktivitäten, Filmen, kostenlosen Führungen und typischen Solinger Leckereien in das Museum locken wollen.

„Nach mehr als drei Jahren unserer gesperrten Brücke sollte der Balkhauser Kottentag 2017 zugleich die Wiedereröffnung der lange zugesagten Brücke sein. Der Neubau war ab Mai 2017 geplant und sollte mit dem Kottentag fertiggestellt sein. Endlich sollte die Mühe, alles zu Fuß über die Brücke zu tragen, beendet sein. Dass wir wohl noch unabsehbar lange auf eine Lösung warten müssen, das war nun schon länger bekannt.“ Der Balkhauser Kotten ist nach einer Sperrung der Zufahrtsbrücke über den Graben nur noch zu Fuß erreichbar. Mit der von der Stadt Solingen zugestandenen Summe von 175.000 € ist nach den jüngsten Ausschreibungen nicht möglich, die alte Brücke durch eine neue Brücke zu ersetzen. „Dabei haben wir uns schon auf eine echte Sparversion geeinigt und das Kuratorium hat sich verpflichtet, die Pflege der Brücke zu tragen.“

Das Fass zum Überlaufen habe nun die Sperrung der Glüderstraße gebracht. Seit gut einer Woche ist die Verbindungsstraße nach Witzhelden wegen Straßenbauarbeiten gesperrt.

Seit mehreren Jahren sorgt die gesperrte Brücke für Unmut unter den ehrenamtlichen Helfern.

„Seitdem ist unser Besucherstrom wie abgeschnitten,“ klagt die Kustoren-Familie Heike und Andreas Müller, die für den ehrenamtlichen Verein den Kottenladen betreibt und die Besucher an den Öffnungszeiten betreut. „Wir haben erst aus facebook von der Sperrung erfahren, wurden gar nicht informiert. Es wurde plötzlich am Pfaffenberger Weg auf die Sperrung hingewiesen, nur leider erfolgt dort kein Hinweis, dass der Balkhauser Kotten noch erreichbar ist.“, führt Andreas Müller weiter aus. „Zudem ist der Kotten von Witzheldener Seite gar nicht mehr erreichbar.“

„Wir investieren viel Kraft in unsere Kottenfeste, damit unsere Gäste sich wohl fühlen, damit alles rund läuft. Die vergangenen Feste lockten mindestens 500 oder 600, je nach Wetter noch viel mehr Menschen ins Tal der Wupper. Schlechte Parksituation, fehlende öffentliche Verkehrsmittel sind Schwierigkeiten, die beständig sind und gemeistert werden. Wir haben inzwischen gelernt, damit umzugehen, dass außerdem immer irgendetwas passiert, das uns die Feste erschwert – so wie damals, als unser Wasser eine Woche vor unserem Kottenfest wegen Verkeimung abgedreht wurde. Wir tun alles mit Engagement und wirklich gerne für unseren schönen Kotten.“ beschreibt Molinari die Anstrengungen des Vorstands.

„Dieses Jahr können wir überhaupt keine Besucherzahlen kalkulieren und sorgen uns, zu allen Problemen der letzten Monate noch Verluste bei dem Kottentag einzufahren. Wenn wir auf Reibekuchen, Waffeln, gespendeten Kuchen, Pferdewürstchen und natürlich unseren liebevoll geschmierten Kottenbuttern sitzen bleiben, ist das nicht nur ein Jammer, wir können uns finanziell nicht leisten. Die Absage habe ich rein pragmatisch, mit blutendem und schweren Herzen den Kollegen vorgeschlagen.“ Wer Nicole Molinari kennt, der weiß, wie schwer ihr diese Entscheidung gefallen ist.

Erstellt von am 21.08.2017.

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