Überwachung auf tönernen Füßen

Ein Kommentar von Peter Nied

Die Videoüberwachung im Ladenlokal der Malteser schlug nicht nur hohe Wellen, sie bediente auch noch die phantastischen Aussagen der Öffentlichkeit. Diese emotional geführte und entgleiste Diskussion lief wieder einmal vor die Wand. Dabei handelt es sich hier um einen relativ gängigen Streit am Arbeitsplatz.

Fakten wurden bei der Auseinandersetzung überhaupt nicht berücksichtigt. Der Gesetzgeber erlaubt die Videoüberwachung am Arbeitsplatz nur unter Einhaltung strenger Vorgaben. Die Inbetriebnahme der Kameras geschah gegen den ausdrücklichen Willen der Mitarbeiter des Foodsaving. Hier wären die Malteser mit einer Betriebsvereinbarung gut beraten gewesen.

Auch die Begründungen der Malteser, nämlich Diebstahl von Geräten mit hohem Wert, werfen einige Fragen auf. Weshalb wurde eigentlich keine Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Polizei gestellt? Auch die Konsequenzen des Foodsaver sprechen für sich. Die Malteser haben wohl nicht unbedingt das Gespräch gesucht.

Bis zu einer endgültigen Klärung, möglicherweise sogar durch Gerichte, sollte jetzt eine Sachlichkeit gefunden werden.

Erstellt von am 11.08.2017.