Luhnshammer: Köpenickiade am Eschbach

Solingen/von Peter Nied Es liest sich wie eine Köpenickiade, spielt sich jedoch über viele Jahre am Eschbach in Unterburg ab. Seinen Anfang nahm die Sache im Jahr 2007, wo der historische Luhnshammer vor dem Verkauf stand. Mit Aussicht auf einen Investor gaben sich die städtischen Vermögensbetriebe sehr zufrieden.

Hat schon lebendigere Zeiten erlebt: Das Gelände des Luhnshammers am Eschbach.

Deren Leiter sah offene Fragen als positiv entschieden und freute sich:“Die Zeichen stehen gut“. Der Investor stellte eine Bauvoranfrage und der bisherige Nutzer, ein Schmied, erhielt die Kündigung.

Im Jahre 2011 gestaltete sich der Komplex schon wesentlich anders. In einem Schreiben des Stadtdienst Planung, vom damaligen OB Feith unterzeichnet, hieß es:“Die Stadt bittet darum (…) die Festsetzung als Überschwemmungsgebiet herauszunehmen.“ Für die Stadt Solingen ging es zu diesem Zeitpunkt vorrangig um den Erhalt des Denkmals (Solingen hatte den Luhnshammer unter Denkmalschutz gestellt). Im Jahr 2015 äußerte sich die Stadt Solingen wie folgt:“…weder die Bezirksregierung noch der Wupperverband haben die Festsetzung als Überschwemmungsgebiet aufgehoben…“

Einem Mieter hatte die Stadt gekündigt. Seitdem liegt das Gelände brach.

Der Wupperverband verwies unsere Zeitung an die Stadt Solingen. Im Mai 2017 nahm die Stadt unserer Zeitung gegenüber wie folgt Stellung:“ Der Luhnshammer befindet sich in städtischem Grundbesitz. Eine „bauplanerische“ Festlegung in einem bestimmten Zeitraum liegt nicht vor. Vorrangiges Ziel ist natürlich der Erhalt und die Sanierung des Baudenkmals durch einen Dritten. Bauvorhaben dort sind in der Regel nicht mehr zulässig. Im Vermarktungsprozess stellte sich heraus, dass nach der Ausweisung als Überschwemmungsgebiet das Objekt kaum versichert werden kann, was eine Finanzierung über Kredite kaum möglich macht. Derzeit werden die notwendigsten Erhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen durch die städtische Bauunterhaltung sichergestellt.“

Aktuell besucht die Solinger Bauaufsicht monatlich den Luhnshammer und stellt die Sicherheit fest.

Was sich streckenweise wie die Sache Petermann am ehemaligen Kieserlinggelände liest, könnte an dieser Stelle eigentlich sein Ende finden, wenn dem Solinger Boten nicht noch eine aktuelle Stellungnahme der Bezirksregierung Düsseldorf vorliegen würde. Da gibt es schon noch Möglichkeiten, den Hochwasserschutz legal zu umgehen und private Investitionen einzubringen.

Früher hatte ein Schmied dem alten Gemäuer Leben eingehaucht. Bilder (3) Nied

Ein Investor hätte hier schon Möglichkeiten eigene Projekte, bis hin zu Gebäudenutzung und ähnlichem, zu realisieren. Die Bezirksregierung dazu:“ Eine vollständige Aufhebung des ÜSG ist nicht zu erwarten, da das Flussgebiet weiterhin Risikogewässer bleiben wird. Durch bauliche Maßnahmen könnten jedoch Teilgebiete künftig hochwasserfrei werden mit der Folge, dass das ÜSG angepasst würde, eine Bebauung aber dennoch schon vorzeitig zugelassen werden könnte. Planungen dahingehend sind hier jedoch aktuell nicht bekannt. Mit Blick auf die Denkmalwürdigkeit des Objektes kann ich von hier aus nicht weiterhelfen. Das Land ist hier nicht Eigentümer.“

Will heißen: wird der Denkmalschutz von der Stadt Solingen aufgehoben und ein entsprechender Nutzungsantrag an die Bezirksregierung wird gestellt, ist der Weg für einen privaten Investor durchaus frei. Bleiben aktuell zwei Möglichkeiten: der Stadt oder einem Investor fehlen umsetzbare Konzepte, oder der Aufbruch ist in einem planerischen Abbruch gelandet, wobei jeweilige Eigeninterpretationen in voller Blüte stehen.

Erstellt von am 09.07.2017.