Solingen: Grüne – Sekundarschule wird leiden

Solingen/ „Wir haben eine lange, intensive und öffentlich geführte Debatte erlebt, die z.T. vor allem in den sozialen Medien ausgesprochen populistisch geführt wurde. Einiges davon hat mir Angst gemacht, weil mit Falschaussagen, Polemik und in manipulativer Weise versucht wurde, eine Entscheidung herbei zu zwingen.

Wir Grüne haben immer versucht, sachlich zu argumentieren und eine Lösung zu finden, die die Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt stellt. Dabei haben wir – ebenso wie die Verwaltung – die bestmögliche pädagogische Versorgung (Beibehalt der Klassenlehrer / gute Fächerabdeckung) sowie gute Räumlichkeiten für die Erreichung des Hauptschulabschlusses für zentral gehalten.

Die Diskussion mit Schüler- und Elternvertreter hat aber gezeigt, dass hier andere Schwerpunkte gesetzt wurden: der Verbleib in der gewohnten Umgebung und die dadurch mögliche Vermeidung von Konflikten mit der Aufnahmeschule Krahenhöhe. Damit war auch der rein fachlich begründete Vorschlag der Verwaltung, nach Krahenhöhe umzuziehen, nicht mehr mehrheitsfähig“, so Fraktionssprecher Enrique Pless.

„Als Fraktion, die sich basisdemokratischer Grundsätze verpflichtet fühlt, sahen wir es in der Ausschusssitzung als geboten, diesem so ausdrücklichen Wunsch von Eltern und SchülerInnen zu folgen, in Kauf nehmend, dass darunter die Fortentwicklung der Sekundarschule leiden würde“, ergänzt Ausschussmitglied Helga Bisier.

„Jetzt muss es darum gehen, das gemeinsame Jahr an der Hauptschule Central so zu gestalten, dass auch die Wünsche und Bedarfe der Sekundarschule für einen vernünftigen Unterricht ausreichend Berücksichtigung finden. Das heißt z.B., dass keine weiteren Seiteneinsteigerklassen an der Sekundarschule gebildet und Rückläufer aus dem gegliederten Schulsystem an anderen Schulen untergebracht werden müssen.“

„Es wird eng werden am Central, und der Beibehalt der Klassenlehrer ist alles andere als gesichert. Hier ist die Schulaufsicht (Bezirksregierung) in der Pflicht, nicht die Solinger Schulverwaltung. In jedem Fall werden sich Eltern und SchülerInnen der Hauptschule Central am Standort auf Provisorien einstellen müssen,“ so die beiden Kommunalpolitiker abschließend.

Erstellt von am 10.06.2017.