Auszug der Veganer

Eine Glosse von Peter Nied/ Die letzten Lokale in der Düsseldorfer Altstadt schließen ihre Türen. Die beschwipsten Gäste entern ein Taxi und es wird ruhig im Stadtteil.

Foto: Archiv

Es wird ruhig? Nicht überall. In den Landtagsbüros der Grünen und der SPD brennt vereinzelt noch Licht. Hier tobt, ebenso wie in einigen Ministerien, das Leben, die Hektik und die Panik.

Die Fraktionäre und Bereichsleiter rennen hin und her, die Aktenschredder glühen rot und qualmen. Vor den Seiteneingängen knubbeln sich die LKW der Umzugsunternehmen. Hunderte Umzugskartons werden aus dem Landtag geschleppt. Dazwischen immer wieder eine schrille Frauenstimme mit Ruhrdialekt:“Vergesst nichts, lasst nichts liegen, alles muss verschwinden.“ Ja, eh, wie liegen lassen? Die haben doch überhaupt nichts gemacht.

Und in der Kantine des Landtags, die Sonne geht eben auf, hocken zusammen gekauert eine Ministerin und ein Minister. Und sie jammert immer wieder:“Ach, ich war doch noch gar nicht fertig, ich hätte noch so viel zu verbieten gehabt.“ Ihr Kollege stimmte mit ein:“Ich auch. Wir wären glatt in die Geschichte eingegangen!“ Auf dem Tisch zwischen ihnen ein aktueller Roman: Das Ende einer Bio-Tonne.

Und oben in der Staatskanzlei brennt die kleine Schreibtischlampe über den Unterlagen der Landesmutter. Auf dem Schreibtisch eine Presseerklärung: Schuld hatten die Anderen. Daneben ein Antrag auf Arbeitslosengeld 1.

Und am Sonntag ist Wahl. Na, dann, Prost Würselen!

Erstellt von am 10.05.2017.