Geschichte der Walder Friedhöfe

Solingen/ (von Peter Nied) Die Geschichte der Friedhöfe in Solingen Wald ist ein wenig kompliziert. Es gab Stadtrechte und spätere Eingemeindung sowie verschiedene Konfessionen und Rechtstreitigkeiten um Grundstücke. Schließungen und Eröffnungen sind ein weiteres Kapitel für sich.

Durch einen Erlass der Landesregierung im Jahre 1803 kam in Wald, zu der Zeit noch eigene Stadt, richtig Bewegung in die Ordnung der Friedhöfe. Verfügt wurde demnach, dass die Grabstellen aus den Ortschaften hinaus, also an den Rand der bewohnten Gebiete verlegt wurden. Im Jahre 1807 sollte ein Friedhof angelegt werden, es war auch ein Grundstück am Deutzer Hof frei. Jetzt ging es aber um privates Eigentum und die Angelegenheit wurde kompliziert. Man borgte sich beim evangelischen Armenhaus finanzielle Mittel und kaufte ein Grundstück an der Solinger Höhe. Dieser Friedhof wurde jedoch erst ab 1815 belegt und beigesetzt wurden verschiedene Konfessionen.

Die Katholiken gründeten dann aber im Jahre 1836 einen eigenen Friedhof hinter der neuen Kirche ihrer Konfession. In der Folge gab es zwischen den beiden Konfessionen Auseinandersetzungen um die früheren Einträge der Grundstücke. Schließlich kauften die Eheleute Gottlieb Koch ein Gelände an der Rosenkamperstraße. Dort wurde im November 1905 die erste Bestattung durchgeführt.

Der Alte Friedhof wurde am 1. Juli 1893 geschlossen und der evangelische Friedhof wurde an der Wiedenkamperstraße eröffnet.
Historische Grabsteine aus den Jahren 1820 bis 1870 erinnern noch an den alten Friedhof. Vor über 60 Jahren wurde dieser zum Walder Stadtpark umgestaltet.

Es trifft folglich nicht zu, dass im Walder Stadtpark noch Grabstellen vorhanden sind. Bei den Grabsteinen unterschiedlicher Ausführungen handelt es sich lediglich um Steine einiger Walder Bürger, die vor langer Zeit als Politiker, Lehrer oder Gönner lebten. Namentlich wird hier an Familien Carl Russ, Stamm oder Familie Friedr. Wilh. Gottfried erinnert.

Fotos: Peter Nied

Erstellt von am 04.05.2017.