Wasser für Jinotega

Solingen/ Beeindruckt von der Umsetzung eines mit Bundesmitteln geförderten Entwicklungsprogramms ist jetzt eine Solinger Delegation aus Nicaragua zurückgekehrt: Jan Boomers sowie Martina und Uwe Dembny vom „Förderverein Städtefreundschaft mit Jinotega e.V.“ überzeugten sich gemeinsam mit der städtischen Integrationsbeauftragten Anne Wehkamp davon, wie eine nachhaltigen Infrastruktur der Wasserversorgung in den Gemeinden La Cal und Corral del Piedra geschaffen wurde. Es handelt sich um zwei kleine Gemeinden in der Trockenzone des Distrikts Jinotega, die bisher weder über sauberes Trinkwasser noch eine geregelte Wasserversorgung verfügten.

Foto: Jan Boomers

Aus diesem Grund hatte die Stadt Solingen beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit rund 90.000 Euro zur Umsetzung der nachhaltigen kommunalen Partnerschaft zwischen Solingen und Jinotega eingeworben. Die Reise Anfang April diente dazu, die durchgeführten Baumaßnahmen zur Wasserversorgung zu begutachten. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung wurde das Projekt von der stellvertretenden Bürgermeisterin von Jinotega eingeweiht. Rosalpina Pineda dankte den deutschen Gästen für ihre Unterstützung, stellte aber auch die Verantwortung der Dorfbewohner für den nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen heraus: „Sie sind gefordert, die Quellen zu schützen und sich für den Erhalt ihrer natürlichen Lebensgrundlagen einzusetzen!“

Foto: Jan Boomers

Nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Bürgermeister Jinotegas, Leonidas Centeno, dem die Grüße des Solinger Oberbürgermeisters Tim Kurzbach überbracht wurden, erhielt die Delegation vielfältige Einblicke in das Leben vor Ort. „Es ist beeindruckend, wie die Menschen in den kleinen Dörfern ihr Leben unter einfachsten Bedingungen meistern“, stellte Martina Dembny fest. Sie war besonders fasziniert von den Öko-Öfen, die einen Großteil des Brennholzes sparen. Durch einen Rauchabzug wird verhindert, dass die Köchinnen ständig im beißenden Rauch des Feuers arbeiten müssen. Jan Boomers stellte im Rahmen einer Klimakonferenz mit Akteuren aus Jinotega Maßnahmen zum Waldschutz im Bergischen Land vor und betonte dabei die Bedeutung von sauberem Trinkwasser und funktionierenden Biogasanlagen. All dies seien viele kleine Schritte, die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Foto: Jan Boomers

Jinotega ist seit über 30 Jahren Solingens Partnerkommune in Nicaragua. Dank vielfältiger Kontakte mit Menschen aus dem mittelamerikanischen Land ist es gelungen, diese Freundschaft vielfältig weiter zu entwickeln. Dies hob Bürgermeister Leonidas Centeno in seiner Begrüßung an die Gäste aus Deutschland hervor. Zu Solingen seien feste, kontinuierliche Beziehungen entstanden, die weiter gepflegt und ausgebaut werden sollen. Mit der Umwandlung in eine Städtepartnerschaft im vergangenen Jahr auf Initiative von Oberbürgermeister Tim Kurzbach werden die Beziehungen auf eine noch breitere Basis gestellt.

Seit über dreißig Jahren betreut Rita Muckenhirn in Jinotega Projekte, die gemeinsam mit dem Solinger Förderverein entwickelt wurden. Die Mitbegründerin der Bildungsorganisation „La Cuculmeca“ knüpft seitdem erfolgreich Kontakte, vermittelt und unterstützt bei der Umsetzung von gemeinsamen Initiativen. So machten sich im September letzten Jahres junge Menschen aus der Solinger Stadtverwaltung und aus dem Förderverein nach Jinotega auf, um gemeinsame Klimaschutzprojekte zu entwickeln. Weitere Austauschprogramme sollen folgen.

Erstellt von am 19.04.2017.

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