Hauptschule Central – werden die Schüler im Stich gelassen?

Solingen/ Michael Margraf, Elternvertreter der Klasse 9c der Hauptschule Central teilt mit, dass ihm die Stadtverwaltung bisher keinen Beschluss für den Standortwechsel der Hauptschule Central vorlegen konnte. Wie bekannt wurde, soll – nach dem Willen von Politik und Verwaltung – die seit Jahren erfolgreiche Hauptschule Central aus – für den Elternvertreter – nicht nachvollziehbaren Gründen ausgerechnet im Abschlussjahr das bisherige Schulgebäude räumen und in der Hauptschule Krahenhöhe untergebracht werden.

Unsicherheit bei Schülern und Lehrern herrscht derzeit an der Hauptschule Central

Die Eltern der Schüler wurden über den gewünschten Standortwechsel erst Ende Januar 2017 offiziell durch die Schulleitung informiert.

Inzwischen überschlagen sich die Ereignisse in der Form, dass aus der Sicht des Elternvertreters der Standortwechsel als „längst beschlossene Sache verkauft wird“ und parallel aus Sicht des Elternvertreters „durch bewusst falsche Presseinformationen seitens Politik und Verwaltung dieser falsche Eindruck untermauert werden soll“.

Der aus Sicht von Schülern, Eltern und Lehrern nicht nachvollziehbare Umzug birgt für die rund 80 Schüler der Hauptschule Central, die im kommenden Schuljahr die Klasse 10 erreichen werden, viele Nachteile, Sorgen und Probleme. Zunächst führt Margraf an, dass ein Schulwechsel häufig „per se“ für eine Verschlechterung der Schulnoten sorgt. Denn neben der Zeit, die für das Kennenlernen der neuen Strukturen nötig ist, wird erfahrungsgemäß auch Schulzeit für organisatorische Dinge geopfert. Die Tatsache, dass sich das neue Schulgebäude quasi am Stadtrand zu Remscheid befindet, könnte man in der Tat durch kostspielige Sonder-Busse lösen (dieser Vorschlag wird seitens der Verwaltung tatsächlich angeboten) oder durch eine Kostenübernahme der Bus-Tickets seitens der Stadtverwaltung.

Allerdings lassen sich die jahrelangen Rivalitäten zwischen Schülergruppen aus beiden Schulen nicht so einfach und sicherlich schon gar nicht in Jahresfrist lösen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass ausgerechnet der wichtige Sozialarbeiter der Hauptschule Central nach heutigem Kenntnisstand nicht wie gewohnt zur Verfügung stehen wird. Was passiert also, wenn sich die Schülergruppen in einem gemeinsamen Schulgebäude weiter „rivalisieren“ – wie zuletzt vor rund drei Wochen, als eine Gruppe von Schülern der Hauptschule Höhscheid die Schüler auf dem Schulhof der Hauptschule Central für eine Provokation besucht hat?

Neue Umgebung, fehlende Lehrer und die Abwesenheit von vertrauten und friedlichen Strukturen machen Schülern und Eltern zunehmend Angst. Dabei sollte man doch meinen, dass ausgerechnet Jugendlich in der Endphase ihrer Schullaufbahn die bestmögliche Unterstützung aus Politik und Verwaltung erhalten sollten. Jeder weiß, wie wichtig ein guter Schulabschluss heute ist. Diese Erkenntnis sollte nicht nur bei Gymnasiasten und Realschülern Anwendung finden, sondern auch den Solinger Hauptschülern zu Gute kommen. Selbst – und gerade – dann, wenn es ausdrücklicher Wunsch der Landesregierung ist, diese Schulform zu Gunsten der Sekundarschulen einzustellen.

Schulleitung spät informiert

Die Schulleitung der Hauptschule Central hat den Elternvertreter in einem offenen und ehrlichen Gespräch mitgeteilt, dass sie erst am 22.12.2016 von der Dezernentin Frau Becker, Herrn Zinsenheim (Schulverwaltung) und Frau Intveen (Schulrätin) über den geplanten Standortwechsel zum Schuljahr 2017/2018 zur Krahenhöhe offiziell informiert wurde.

Michael Markgraf, der Elternvertreter, widerspricht der offiziellen Darstellung.

Seit diesem Zeitpunkt wird nach Auffassung des Elternvertreters durch entsprechende Pressemitteilungen seitens der Politik und Verwaltung der Eindruck vermittelt, dass der Standortwechsel eine „beschlossene Sache“ sei. „Das stimmt so aber nicht“ widerspricht Markgraf.

Margraf wirft der Verwaltung vor, sie habe den „gesamten Schulausschuss in seiner Sitzung am 14.03.2017 angelogen“, indem sie behauptet habe, Lehrer der Sekundarschule (im gleichen Gebäude der Hauptschule Central) stünden persönlich nicht bereit für eine „Aushilfe im letzten Jahr der Hauptschule Central“.

Zu Bedenken gibt der Elternvertreter weiterhin, dass die Bauverwaltung nunmehr die gesamte Planung des Schulgebäudes neu prüft und plant. Ergebnisse erwartet man nicht vor Herbst 2017. Zur Erinnerung: Die Planung und Fertigstellung des Hauswirtschaftsraumes mit Lehrküche (1 Raum) hat seinerzeit alleine 2 Jahre gedauert.

Margraf bemängelt, dass der Wille der Schüler und Eltern in keinster Weise berücksichtigt wird. Erstaunt ist der Elternvertreter darüber, dass die Sekundarschule im Schuljahr 2016/17 lediglich zweizügig mit zwei neuen Klassen der Stufe fünf begonnen hat, obwohl laut Beschluss drei Züge vereinbart waren und er fragt sich, ob es hierfür den notwendigen Ausnahmebeschluss seitens des Ministeriums überhaupt gibt. Aus Sicht des Elternvertreters wird an dieser Stelle mit zweierlei Maß gemessen.

Unausgegorene Idee?

Unbeantwortet für Margraf blieb bislang die Frage, ob tatsächlich bereits an der Hauptschule Höhscheid Verträge mit Lehrern auf Teilzeit für das Schuljahr 2017/2018 abgeschlossen wurden. Wenn dem so wäre, fragt sich Margraf „auf welcher Basis und mit welchem Rechtsverständis“. Und Margraf ergänzt mit der Frage: „Wer profitiert letztendlich von einem Standortwechsel? Geht es um den Erhalt von Schüler-Lehrer-Quoten am Standort Höhscheid?“.

Auf Anfrage eines betroffenen Vaters, wurde ihm seitens des Ressort 4 – namentlich durch die Beigeordnete Dagmar Becker – schriftlich bestätigt, „dass diese notwendige Entscheidung für die Betroffenen eine große Umstellung bedeutet“ aber dass es zu dieser „Entscheidung keine Alternative“ gibt. Der betroffene Vater fragt sich, in welcher Form denn Lösungsversuche für Alternativen überhaupt gesucht wurden. Einen „runden Tisch“ mit Schülern und Eltern hat es zumindest nicht gegeben.

Michael Margraf fordert die Stadtverwaltung auf, den Antrag auf Standortwechsel unverzüglich zurück zu nehmen und den Schülern der zukünftigen Klasse 10 der Hauptschule Central eine bestmögliche Vorbereitung für ihre berufliche Zukunft zu gewähren. Dazu gehört die Garantie, den Schülern am jetzigen Standort eine vertraute, kompetente und friedliche Voraussetzung für einen erfolgreichen Hauptschulabschluss zu schenken. Jede unnötige und vermeidbare Störung und Ablenkung auf der Zielgeraden gilt es zu verhindern.

Zur Person: Michael Margraf, Jahrgang 1958 ist Pädagoge und arbeitet als selbstständiger Erzieher seit vielen Jahren in Solingen. Er ist gewählter Elternvertreter der Klasse 9c und vertritt die Schul-Interessen auf Elternseite.

Erstellt von am 25.03.2017.

6 Kommentare Hauptschule Central – werden die Schüler im Stich gelassen?

  1. Ahmet Kömek

    25/03/2017 bei 19:00

    Ich möchte nicht das mein Sohn noch den letzten Jahr Schule wechselt, oder ist es egal für die Stadtverwaltung, auch nur wenn die Hauptschüler sind, Sie bestrafen unsere Kinder, es ist nicht akzeptabel, hier mit protestiere ich die Stadtverwaltung.
    Mit freundlichen Grüßen

  2. Michael Klose

    25/03/2017 bei 19:30

    Als Klassenlehrer der 9c kann ich diesen Artikel voll zusimmen. Kein Verantwortlicher hat sich jemals Gedanken gemacht, was es bei den Schüler bewirken könnte.

    Und auch kein Verantwortlicher kontaktierte VORAB die Lehrer und auch Eltern.

    Seitdem es bekannt ist, das wir die Schule wechseln sollen, ist bei einigen Schülern eine klare Demotivation erkennbar.

    In manchen Pausaufsicht habe ich schon Schüler von der Hauptschule Höhscheid gesehen, die schon „gute Laune“ verbreitet haben.

    Auch Schüler, die aus bestimmen Gründen von der Hauptschule Höhscheid zu uns gewechselt sind, müssen nun wieder zurück, was bei einigen Unbehagen auslöst.

    Ich sehe bei einigen Schüler eine ganz klare Notenverschlechterung, was den Abschluss deutlich gefährden könnte.

    Die Verantwortlichen sollten sich schleunigst überlegen, diesen Entschluß zurück zu nehmen….und zwar im Sinne der SCHÜLER.

    • Michael Klose

      25/03/2017 bei 19:36

      Sorry für den Rechtschreibfehler im ersten Satz…meine natürlich zustimmen….

  3. schlafmütze

    29/03/2017 bei 22:51

    und was ist mit den Schülerinnen? Oder gibt’s nur Jungs in der 9 ?
    Passt schon, gibt ja auch nur Lehrer…

    • Beobachter

      01/04/2017 bei 08:33

      DAS ist natürlich besonders wichtig. Solche Einstellungen bei diesem Thema? Mit Verlaub Schlafmütze…. wie es weitergeht, finden Sie uneter: Zitate von Joschka Fischer.

    • Ruediger

      02/04/2017 bei 13:49

      Solange man sich darüber Gedanken macht,kann es ja nicht so Schlimmm sein😉