NRW Förderprojekt ‘solimed ePflegebericht‘ geht an den Start

Solingen/ Mit einer Kick-off-Veranstaltung gaben 12 Projektpartner den Startschuss für das Projekt ‘solimed ePflegebericht‘. Ziel ist die Erprobung eines elektronischen Pflegeberichts auf „Knopfdruck“, der den Beteiligten notwendige Informationen für eine optimale medizinische Versorgung und Pflege von geriatrischen Patienten sofort zur Verfügung stellt.

Die optimale Versorgung pflegebedürftiger Patienten setzt aktuelle und vollständige Informationen über Diagnosen, Medikamente, Therapien, etc. voraus. Um diese Informationen schnell, sicher und einfach dort zur Verfügung zu stellen, wo sie benötigt werden, hat das Gesundheitsnetz solimed das neue Projekt ‘solimed ePflegebericht‘ initiiert.

Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer elektronischen Vernetzung von Krankenschwestern und -pflegern, Ärztinnen und Ärzten in der Praxis und im Krankenhaus sowie Pflegefachkräften im ambulanten und stationären Bereich der Altenpflege und die Erprobung eines elektronischen Pflegeberichts.

Über einen automatisierten Informationsaustausch stehen zukünftig den beteiligten Professionen alle relevanten Daten und Informationen zur medizinischen Versorgung und Pflege von Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Durch eine einmalige Eingabe der Daten wird die notwendige Dokumentation vorgenommen, um diese zugleich für einen Datenexport und elektronischen Versand an die anderen Behandlungspartner zu nutzen. So wird der Dokumentationsaufwand für Krankenschwestern, -pfleger und Pflegefachkräfte zum einen reduziert und zugleich sind alle Beteiligten informiert. Die bereits aus einem Vorprojekt bestehende Vernetzungslösung wird innerhalb des Projektes weiter optimiert und ausgebaut.

Die nächsten Schritte des Projektes sind die Erprobung eines ePflegeberichts, der als Prototyp für das deutsche Gesundheitswesen dienen soll, die Anbindung weiterer Pflegeeinrichtungen sowie die Integration der Pflegefachkräfte der Krankenhäuser in die Kommunikationslösung. Zudem soll ein elektronisches Medikationsmanagement zur Optimierung der Arzneimittelsicherheit entwickelt und getestet werden.

Das Projekt baut auf ein Vorprojekt auf, in dem bereits gezeigt wurde, dass eine datenschutzsichere elektronische Kommunikation über die Sektorengrenzen hinweg technisch möglich ist und die Abstimmung zwischen Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen erleichtert. „Die Anforderungen an eine digitale Kommunikation im Gesundheitswesen sind immens und in der technischen Umsetzung vor Ort sehr komplex. Bereits heute profitieren unsere Patienten und Mitarbeiter von dieser Entwicklung, auch wenn die Anbindung zunächst eine Herausforderung für uns darstellte“, so Eckhard Rieger, Geschäftsführung Diakonisches Werk Bethanien und Krankenhaus Bethanien „Wir waren bereits Partner im Vorprojekt, für uns ist es daher nur konsequent, die Entwicklung weiter mit voranzutreiben und jetzt auch unser Krankenhaus einzubinden.“

Hierfür haben sich 12 Projektpartner zu dem gemeinsamen Vorhaben zusammengeschlossen, neben den drei Solinger Krankenhäusern werden in Solingen drei stationäre Pflegeeinrichtungen sowie drei ambulante Pflegedienste die neue Art der Kommunikation zwischen Medizinern und Pflege nutzen. Allein heute versorgen ca. 70 solimed Ärzte rund 650 pflegebedürftige Patienten in den am Projekt teilnehmenden stationären Pflegeeinrichtungen oder im häuslichen Umfeld, betreut durch einen teilnehmenden ambulanten Pflegedienst.

Neben der Projektleitung durch solimed Unternehmen Gesundheit wird das Projekt durch die Universität Wuppertal wissenschaftlich und auf EDV-technischer Seite durch die Firma Arztsysteme Rheinland begleitet.

Das dreijährige Projekt mit einem Volumen von  4,8 Mio. Euro wurde von einem Gremium des Landes NRW zur Förderung ausgewählt und wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014-2020, „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“ gefördert.

„Wir sind in Solingen bereits sehr aktiv, um die Verlegung von Patienten in und aus dem Krankenhaus zu optimieren. Die Perspektive, notwendige Informationen in Zukunft schnell auf elektronischem Weg zu senden und zu empfangen, bedeutet eine weitere Optimierung der Versorgung unserer Bewohner. Die in 2015 eingeführte gemeinsame EDV-Schnittstelle zwischen niedergelassenen solimed-Ärzten und unseren Pflegefachkräften vereinfacht bereits heute die Abstimmung. Deshalb schließen wir jetzt auch unsere ambulante Pflege im Rahmen des Projektes an“, freut sich Karin Götze, Einrichtungsleitung des ev. Altencentrums Cronenberger Straße auf die anstehende Zusammenarbeit.

Die Projektpartner:

· solimed Unternehmen Gesundheit GmbH & Co.KG

· MC Arztsysteme Rheinland GmbH

· Krankenhaus Bethanien

· Bethanien Diakonie

· Bethanien mobil

· Ev. Altencentrum Cronenberger Straße

· Ev. Altencentrum Cronenberger Straße ambulanter Pflegedienst

· Städtische Klinikum Solingen

· St. Lukas Klinik

· St. Joseph Altenheim

· Ulrich’s ambulante Pflege, Bayada GmbH

· Bergische Universität Wuppertal

Erstellt von am 23.03.2017.