CDA und Junge Union informierten über Digitalisierung der Arbeitswelt

Solingen – Über Auswirkungen der Digitalisierung auf Wirtschaft und Arbeitnehmer haben sich jetzt die Solinger Verbände der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft CDA und der Jungen Union informiert.

Foto: CDU Solingen

Bei einer öffentlichen Diskussionsrunde im Gründer- und Technologiezentrum machten CDU-Landtagskandidat Kai Sturmfels und Daniel Flemm, stellv. CDU-Fraktionsvorsitzender deutlich, dass es in Solingen noch an Voraussetzungen für eine digitale Zukunft der Solinger Wirtschaft fehlt. Zwar sei die Stadt mit ihrem Förderantrag für den Ausbau der Breitbandversorgung für die Solinger Gewerbegebiete und der Umwandlung von Brachflächen in digitale Gewerbestandorte auf dem richtigen Weg, doch fehle es an Voraussetzungen in der Infrastruktur, etwa der Verkehrsanbindung, um mehr Unternehmen der digitalen Wirtschaft nach Solingen zu locken.

eGovernment weiter vorantreiben

Die Stadt sei auch beim eGovernment noch nicht so weit, wie sie sein müsste. „Wir haben die Entwicklung verschlafen“, kritisierten Flemm und Sturmfels. Im nordosteuropäischen Land Estland zum Beispiel könne man binnen fünf Minuten online ein Gewerbe eröffnen. Beide Politiker warnten davor, dass das Land NRW von der rasanten digitalen Entwicklung abgehängt werden könnte.

Sozialpolitische Rahmenbedingungen und Arbeitsrecht müssen an die Realität angepasst werden

Studien des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB der Bundesagentur für Arbeit sowie des Bundesarbeitsministeriums gehen von einem Verlust von rund 500.000 Arbeitsplätzen durch Digitalisierung und Automatisierung in Industrie, Einzelhandel und Verwaltung aus, aber auch von doppelt so vielen neuen, hochwertigen Arbeitsplätzen in anderen Branchen.

Bei dieser Entwicklung müsse man, so der Arbeitsrechtler Kai Sturmfels, auch von einem festen Beharren auf einer einheitlichen Wochenarbeitszeit von beispielsweise 40 Stunden, Abschied nehmen und stattdessen zukünftig auf flexible Arbeitsmodelle setzen. Dass die Arbeitsverdichtung und –beschleunigung durch Digitalisierung aber sozialverträglich gestaltet werden muss, machte Stephan Trunk als stellvertretender Personalratsvorsitzender der Stadt Solingen deutlich.

Erstellt von am 17.03.2017.