Neue Perspektiven für die Solinger „City“

Mit einer „Zukunftsoffensive“ will Planungsdezernent Hartmut Hoferichter der Herausforderung um den drohenden Stillstand in der Solinger Innenstadt aktiv begegnen. In einer Informationsvorlage, die der Stadtdirektor dem Planungsausschuss (ASUKUM) am 6. Februar vorlegt, zählen die Fachleute der Verwaltung für Stadtentwicklung ein ganzes Bündel von Möglichkeiten auf:

In den Clemens-Galerien hat sich noch nicht viel getan. Eigentlich sollten die Umbauarbeiten im April beginnen / Foto: B. Glumm

Archivbild: B. Glumm

Unter anderem sollen Experten für Handel und Immobilien die City untersuchen und realistische Einschätzungen für mögliche Entwicklungspfade des Quartiers zwischen Clemensgalerien, Fronhof, Hauptstraße und Entenpfuhl abgeben. Ein Runder Tisch aus Einzelhandel, Eigentümern und Innenstadtbewohnern soll installiert werden. Aufgabe des neuen „Innenstadtforums“: Organisation von Kreativworkshops, Expertenanhörungen und offenen Diskussionsveranstaltungen zu neuen Perspektiven für die Innenstadt.

Zusätzlich zum bereits existierenden Leerstandsmanagement des „Innenstadtbüros“ soll ein „aktives Ladenflächenmanagement“ aufgebaut werden. Dazu gehört, die leerstehenden Ladenlokale nicht einfach brach liegen zu lassen, sondern sie attraktiv zu gestalten, um sie besser vermarkten zu gehören. Damit eine einheitliche gestalterische Linie erkennbar wird, werden die Eigentümer professionell beraten. Die „Kümmererfunktion“ des Innenstadtbüros soll ausgebaut und öffentlich wahrnehmbarer werden. In einem leerstehenden Ladenlokal wird ein Zukunftsbüro entstehen – als Anlaufstelle und Raum für Ideenfindung, Workshops und Aktionen, aber auch als Ort der Dokumentation der bisherigen Schritte der Innenstadtentwicklung.

Ein externes Stadtplanungsbüro soll eine Gestaltungsfibel für die Solinger Innenstadt erstellen. Vor allem die Hauptstraße ist ein Sorgenkind in der Solinger City / Archivfoto: B. Glumm

Vor allem die Hauptstraße ist ein Sorgenkind in der Solinger City / Archivfoto: B. Glumm

Hartmut Hoferichter: „Wir brauchen neue Impulse für die Innenstadt, und wir brauchen auch den Blick von außen auf die Stadtmitte. Ich lade alle, denen die City am Herzen liegt, zu einem ehrlichen Zukunftsdiskurs ein: Wir müssen uns offen mit der City auseinandersetzen und einen realistischen Blick für das entwickeln, was geht und für das, was keinen Erfolg mehr verspricht.“

Wie Markus Lütke-Lordemann, der Chef der Stadtentwicklungsplanung ergänzt, sei erkennbar, dass angesichts des schnellen Strukturwandels die bisherigen Konzepte nicht mehr griffen und nicht jede Ladenimmobilie Zukunft habe. Den Themen „Wohnen in der Innenstadt“ und „Dienstleistungen“ müsse ein höherer Stellenwert als bisher eingeräumt werden. Nötig sei eine gemeinsame Initiative für die City, die erfolgreich sein, wenn „alle an einem Strang ziehen.“

Hintergrund der Vorlage: Anfang Januar 2017 wurde bekannt, dass das „Urban-Outlet-Konzept“ gestoppt und die Clemens-Galerien wieder an einen neuen Eigentümer verkauft worden waren. Diese Nachrichten gaben der Stadtentwicklung endgültig Anlass, über einen strategischen Neuanfang für die City nachzudenken.

Erstellt von am 07.02.2017.

6 Kommentare Neue Perspektiven für die Solinger „City“

  1. Tatjana K. Antworten

    07/02/2017 bei 15:44

    Oh je, wie kümmerlich. Jetzt auch in Solingen endlich Vernisagen in leeren Ladenlokalen, Puppen mit Requisiten aus dem Stadttheater?

    Sowas konnte man vor zehn Jahren auch schon in Altena etc. sehen. Jetzt also auch in Solingen. Ist doch ein planerischer Offenbarungseid. Leerstand wird hingenommen und nur verblendet.

    „Dazu gehört, die leerstehenden Ladenlokale nicht einfach brach liegen zu lassen, sondern sie attraktiv zu gestalten, um sie besser vermarkten zu gehören. Damit eine einheitliche gestalterische Linie erkennbar wird, werden die Eigentümer professionell beraten. “

    Klingt ja wieder nach externen Beratern.

    Wie wäre es damit die Innenstadt einfach aufzugeben und wieder eine normale Durchgangsstraße draus zu machen? Dann würden sich sicher Mieter für die Ladenlokale finden. Siehe Konrad Adenauer Straße. Der Traum von einer Flaniermeile sollte doch wohl ausgeträumt sein. Das leer stehende Applerath Gebäude wird sich nie wieder vermieten lassen. Am Beispiel Adler lässt sich ja sehen, dass normaler Handel nicht mehr trägt, sonst wäre der Laden nicht so schnell in ein Outlet umgewandelt worden.

  2. Ruediger Antworten

    07/02/2017 bei 17:38

    Solange der Leerstand durch Ideenlosigkeit der Besitzer verusacht wird,gibt es kein Vorankommen in der Innenstadt. Da kann sich Herr Hoferichter und Mitstreiter noch so sehr Anstrengen wie Sie wollen. Solange es lukrativer ist ein Gebäude leer stehen zu lassen,wird sich da auch nichts ändern. Aber wie sagt man: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

  3. Feldmann Antworten

    07/02/2017 bei 19:14

    Drohender Stillstand? Stillstand wäre ja schon positiv. Leider geht es immer schneller abwärts…
    Aber die Politik hat da ja eine andere blumige Sichtweise. Und wir normalen Bürger sind ja zu doof die Wahrheit zu sehen. Deshalb macht man uns die leeren Schaufenster schön und schon ist die Welt schön?

  4. Friedhelm Klein Antworten

    08/02/2017 bei 13:06

    Es wäre sehr zu hoffen, daß bei diesem Runden Tisch etwas herausspringt. Leider käme dieser mindestens zehn Jahre zu spät; schließlich konnte man in Solingen seit langem sehen, wohin die Reise geht. Überall ist jede Menge Einzelhandel verschwunden: Im Sparkassengebäude am Dreieck, am Werwolf, im alten, oberen Teil der Hauptstraße, am Central, auf der Beethoven-/Kronprinzen-/Wupper-/Goerdelerstraße und, und, und. Auch daß aus dem Projekt O-Quartier vermutlich nichts mehr wird, zeigt, daß bei uns die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

    Wenn unsere Innenstadt Glück hat, ist es fünf vor zwölf. Ich fürchte allerdings, es ist schon viertel nach, und es wird nicht ohne harte Schnitte gehen. Wie bereits an einigen Stellen geschehen werden Ladenlokale zu Wohnungen umgebaut werden müssen, will der Eigentümer überhaupt noch Geld mit seiner Immobilie verdienen. Meines Wissens müssen Fußgängerzonen dazu für den Autoverkehr freigegeben werden.

    Für unsere Stadtplanung wäre das eine Bankrotterklärung.

  5. Ruediger Antworten

    12/02/2017 bei 07:47

    Solange wir als Kunden lieber im Internet einkaufen, wird sich an der Situation auch nicht viel ändern.Hier sind wir alle Gefragt.Aber ich Glaube,der Zug ist abgefahren.Hier sind einfach neue Zeitgemäße Ideen gefragt.

  6. Mans Heiser Antworten

    12/02/2017 bei 23:54

    Wie jetzt – so eine Shopping Mall sorgt für verödende Innenstädte? Da konnte niemand mit rechnen, echt jetzt. Hey, lasst uns doch gleich zwei von den Dingern bauen, dann geht bestimmt gar nichts schief! Kein Wunder, dass die Menschen lieber in die Nachbarstädte fahren.

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