Zucker-Steuer lässt keine Pfunde purzeln

Solingen/ Bewusste Ernährung statt neuer Steuern: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat vor einer höheren Besteuerung von zucker- und fetthaltigen Lebensmitteln gewarnt. „Neue Abgaben würden in Solingen einen Großteil der rund 1.200 Beschäftigten in der Ernährungsindustrie treffen“, sagt Torsten Gebehart.

Zucker-Euro

Der Geschäftsführer der NGG Düsseldorf-Wuppertal spricht angesichts neuer Forderungen aus der Politik von einem „falschen Weg“: „Eine ,Genuss-Strafsteuer‘ lässt keine Pfunde purzeln. Kein Übergewichtiger wird durch Steuern schlanker, kein Diabetiker gesünder.“ Es komme vielmehr auf genug Bewegung und den richtigen Ernährungs-Mix an. Und dies könne man den Menschen vermitteln – „schon in der Schule“.

Eine Steuer auf besonders zucker- oder fetthaltige Produkte belaste einseitig Geringverdiener – und die Beschäftigten in der Lebensmittelbranche, so der Gewerkschafter. Wichtiger als neue Abgaben sei ein „Genuss in Maßen, nicht in Massen“. Auch die Krankenkassen stünden einer Zucker-Steuer mehrheitlich skeptisch gegenüber und setzten stattdessen auf gesundheitliche Aufklärung.

„Wenn die Limo oder Schokolade zum Luxus wird, dann wären in Nordrhein-Westfalen viele Jobs gefährdet“, betont Gebehart. Nach Angaben der NGG sind allein in der nordrhein-westfälischen Zucker-, Süßwaren- und Getränkeherstellung insgesamt rund 25.000 Menschen beschäftigt.

Erstellt von am 05.02.2017.

Ein Kommentar Zucker-Steuer lässt keine Pfunde purzeln

  1. Mans Heiser

    19/02/2017 bei 21:48

    Beim Tabak hat sich gezeigt, dass Steuern und Vorgaben für Werbung und Packungsgrößen durchaus Lenkungswirkung haben.

    Steuern sind nicht zweckgebunden – aber dennoch könnte man mit den einer solchen Steuer z.B. Präventionsprogramme im Bereich Ernährung finanzieren. Und vielleicht werden Sportveranstaltungen dann auch nicht mehr von Firmen wie Caprisonne finanziert.

    Süßes im Übermaß und ganz allgemein Essen im Übermaß ist eine Sucht. Ergo ist das, was die NGG hier tut genau so, wie wenn sich Gauselmann gegen Regelungen für Spielotheken wendet, oder wenn die Tabakhersteller dafür sorgen, dass für ihre Erzeugnisse immer noch geworben werden darf. Oder wenn der Flachmann immer noch prominent an der Kasse steht.