Schräge Töne

Die Welt ist doch klein und es steht alles in direktem Zusammenhang. Was hat uns das Schicksal doch über die Feiertage gebeutelt.

Peter_Prost_3

Den ersten Schock servierte uns das öffentlich Rechtliche Fernsehen wieder mit der Ansprache von Benjamin Blümchen aus dem Schloss Bellevue. Bundesvalium spricht zu seinem Volk. Aber es war zum letzten Mal und seine Kanzel wird nun neu besetzt. Und als ob alles nicht schlimmer kommen könnte, da platzt zur besten Sendezeit am ersten Weihnachtstag auch noch Helene Fischer wie eine Luftschutzsirene in die Wohnzimmer. Offensichtlich haben sich die Intendanten endgültig dem Intelligenzquotienten der Deutschen angepasst.

Und dann der absolute Schock für die Freunde des qualitativ höheren Liedgutes: „Last Christmas: George Michael ist tot!“ Mein ständiger Begleiter aus der Adventszeit und den Weihnachtsmärkten und Kaufhof Galeria und H&M und Starbucks und den Parkhäusern und selbst den öffentlichen Toiletten lebt nicht mehr. Das ist ein herber Verlust (selbst in Nord Korea wurde er zur Folter eingesetzt).

Und dann wurde noch großartig angekündigt, dass ab Januar die Geissens wieder ihren Reichtum zur Schau stellen werden. Was das Luxus-Leben der TV-Millionäre wirklich kostet und wer was bezahlt wurde aber nicht verraten. Hätten wir das nicht gerne gewusst? Ist das nicht absolut wichtig?

Zum guten Schluss auch noch die Bundeslotte. Auch in diesem Jahr ist die Ansprache des blauen Hosenanzugs wieder richtig spritzig. Dabei fielen mir zwei kurze Sätze auf:“Noch nie hatten so viele Menschen Arbeit wie heute. Unsere Unternehmen stehen überwiegend gut da.“ Wie diese „vielen“ Menschen bezahlt werden, das sagt Mutti nicht. Werkverträge und Aufstocker trotz Mindestlohn passen einfach nicht in eine einlullende Honig Ansprache. Aber der Wahlkampf ist bereits eingeläutet und durch nichts aufzuhalten.

Wir gehen in ein ungewisses Jahr 2017. Na denn, Prosit Neujahr!

Erstellt von am 02.01.2017.