Kein Fest ohne die Frösche

Geschenke haben oft ihre ganz eigene Geschichte. In unserer Familie gibt es allerdings ein Geschenk, das macht sprichwörtlich die Runde. Jeder hat es besessen und jeder verschenkt es weiter. Wie die schreiend rote Tischdecke von unserer Tante Herta. Aber bleiben wir bei unseren Geschenk.

Peter Nied

Peter Nied

Angefangen hat es 1974 kurz vor Weihnachten. Meine Eltern baten mich, dem Opa selbst mal ein Geschenk auszusuchen. Ich fuhr nach Köln und ging in einen der asiatischen Krempelläden. Für 3,50 Mark erstand ich knatsch grüne Manschettenknöpfe. Es waren zwei kopulierende kleine Frösche.

Aber der Opa hat sich wirklich gefreut, Ich muss erwähnen, dass ich bei der Bescherung auch von seinen damals schlechten Augen profitierte. Sechs Jahre später kamen die Großeltern zu uns in die Südstadt. Es war der zweite Weihnachtstag und Oma gab meinem Vater ein Küsschen und ein kleines Päckchen. Sie schenkte ihm die ekelhaften Manschettenknöpfe. Einige Jahre später nahm mich an Weihnachten meine Mutter feierlich in den Arm, steckte mir ein kleines Päckchen zu und hauchte:“Das ist für dich, mein Junge.“

Jetzt hatte ich die verdammt peinlichen Dinger. Das blieb aber nicht so, denn Ende der 80er Jahre schenkte ich die Frösche meinem Schwiegervater. Der war stink sauer und Sylvester meinte er ich sei ein altes Ferkel. Meine Schwiegermutter gab sie Ostern darauf meiner Frau und sagte:“Tu sie weit weg, verwahre sie.“ Wie dann unser BoFrost Mann daran kam, bleibt mir bis heute ein Rätsel. Ich habe sie ihm abgekauft und er bekam bei dieser Aktion einen knallroten Kopf.

Heiligabend in diesem Jahr fahren wir nun nach Aufderhöhe zu unserer Tochter. Und ich habe für unseren Schwiegersohn ein kleines Päckchen dabei. Ich werde ihm dann sagen:“Wehe, du trägst diese verdammten Fick Frösche nicht!“

Und dann sind da ja auch noch zwei Enkel Söhne…

Erstellt von am 24.12.2016.