Wir feiern unsere Freiheit hinter Mauern

Carsten Stoffel_2_swEin Kommentar von Carsten Stoffel

Es war nie eine Frage des ob, eher die Frage des wann es soweit ist, bis es auch bei uns zu einem Anschlag kommt, der mehrere Menschen das Leben kostet.

Ich bin entsetzt, fassungslos und bestürzt. Was mir noch am selben Abend auffiel, war ein herunterspielen des Vorfalls aus interessierten Kreisen. Es handele sich um einen Verkehrsunfall, war da zu lesen. Vermutlich, weil ein Attentat nicht in das eigene krude Weltbild passt. Böse Menschen tun böse Dinge, so ist das nun einmal.

Am meisten ärgere ich mich aber über den Aktionismus der Politiker. Nach dem Motto: „Wir haben ja was getan“, wurden gestern eilig Beton-Hindernisse aufgestellt, um es Nachamungstätern zu erschweren, ähnliche Taten zu begehen. Dabei sollte uns jedoch klar sein: Das Leben ist lebensgefährlich und hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht.

Eines haben der oder die Täter jedoch erreicht. Wir gehen auf einen Weihnachtsmarkt, der von schwer bewaffneten Polizisten geschützt, hinter Panzersperren, hinter Beton-Hindernissen stattfindet. Wir feiern unsere Freiheit hinter Mauern, mauern uns ein.

Wer nicht bereit ist Polizisten an die Grenze zu stellen, um zu überprüfen wer unser Land betritt, wird sich an diesen Anblick gewöhnen müssen. Wer nicht in der Lage ist den Neubürgern zu erklären, welche Werte hier gelten, muss sich am Ende hinter Mauern verstecken.

Erstellt von am 21.12.2016.

2 Kommentare Wir feiern unsere Freiheit hinter Mauern

  1. DasVolk

    22/12/2016 bei 15:35

    Herr Stoffel,

    ich danke Ihnen für diesen Kommentar.Besser hätte man es nicht ausdrücken können,auch wenn es für mich noch etwas zu milde ausgedrückt ist.Aber die Aussage dahinter ist völlig korrekt.

  2. Dachs vom Weidenplatz

    06/01/2017 bei 09:20

    Wir sperren uns selber ein, damit wir die Täter nicht einsperren müssen
    In den Zeitungen werden fast täglich die Kriminalberichte veröffentlicht. Es ist zum Erschrecken und es ist zum Verzweifeln. Auch für die Exekutive muß das zum Verzweifeln sein. Verbrecher werden ausgeforscht, ertappt bei der Straftat, die Polizei liefert sie ein und was passiert – Sie werden auf freiem Fuß angezeigt. Sie laufen weiter frei herum und können wieder einbrechen, stehlen, rauben. Es passiert nichts.
    Das ist ein Skandal. Der Skandal wird aber getoppt dadurch, daß wir von den Sicherheitspolitikern und deren Sprechblasen ständig gesagt bekommen, daß wir – die Opfer also – selber an diesen Taten schuld wären, weil wir viel zuwenig absichern, weil wir unsere Wohnungen, unsere Häuser nicht zu Festungen ausbauen, weil wir keine hochprofessionellen und teuren Alarmanlagen einbauen lassen, weil wir uns keine Wach- und Kampfhunde anschaffen, weil wir uns nicht einsperren und nicht aus Gittern in die Natur hinausschauen wollen.
    Wir sollen das machen, das zahlen, nur deshalb, weil unsere Politiker sich weigern, diese Brut einzusperren, die Grenzen zu sichern und die Polizei ihre Arbeit tun zu lassen.
    Der Staat ist für unsere Sicherheit verantwortlich. Er nimmt uns mehr als die Hälfte unseres sauer verdienten Geldes weg und macht gar nichts. Wir wollen in Frieden leben, wir wollen uns nicht dauernd bestehlen, berauben, niederschlagen, abstechen und vergewaltigen lassen.
    Wenn der Staat das nicht mehr leisten kann, mehr noch – nicht mehr leisten will, dann soll sich dieser Staat gefälligst verabschieden. Und zuerst aus unseren Taschen und aus unseren Bankkonten. Wir zahlen dann eben nichts mehr für die Sicherheit, die wir ohnehin nicht bekommen. Und wir werden selber für unsere Sicherheit sorgen müssen.
    Wir können das nämlich – wenn man uns läßt.