Solingen: Das Märchen von der Melusine

Solingen/ Am Dienstag, 13. Dezember, findet um 19.30 Uhr, im Konzertsaal das nächste Philharmonische Konzert unter der Leitung von GMD Peter Kuhn statt. Das Konzert beginnt mit der Ouvertüre „Das Märchen von der schönen Melusine“ op. 32 von Felix Mendelssohn Bartholdy.

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Nach dem Besuch einer Aufführung der Oper Melusina von Conradin Kreutzer, deren Ouvertüre Mendelssohn sehr missfallen hatte, komponierte er hierzu eine völlig anders gestaltete Eröffnungsmusik. Mendelssohns Stück behandelt den Mythos von der Sagengestalt Melusine. Diese muss aus Strafe wegen ihrer Rache an ihrem Vater einen Tag in der Woche als Meerjungfrau verbringen. Die Entdeckung ihres Geheimnisses durch ihren Ehemann bringt ihr das Schicksal ein, diese Gestalt für den Rest ihres Lebens zu behalten.

Im Laufe der Jahre wandelte sich die Darstellung der Melusine ständig aufs Neue. Mal als Dämon, mal als Ahnfrau verchristlicht, fokussierte sich die Interpretation immer mehr auf die tragische Liebesgeschichte.

Nicolas Altstaedt spielt als Solist des Abends das Konzert für Violoncello und Orchester op. 74 des türkischen Komponisten Ahmed Adnan Saygun als deutsche Erstaufführung mit den Bergischen Symphonikern. Dieses Stück ist Sayguns vorletztes Orchesterwerk. Das Werk offenbart einen vielseitig interessierten Ahmed Adnan Saygun, der mit diesem Cellokonzert all sein Wissen weitergeben zu wollen scheint, was ihm auf anrührende Weise gelingt. Mit dem zu Herzen gehenden dunklen Cellotimbre brennt sich dieses sehr sinnliche Solowerk direkt in die Seele. Die überwältigende Intensität des eindringlichen Soloparts wird durch das häufig sehr rhythmisch agierende Orchester wundervoll hervorgehoben. Dazu erklingen immer wieder fast dramatisch anmutende Passagen, in denen sich die beiden Klangkörper gegenseitig inspirieren, das Cello mal in brillanter Rhythmik agiert oder das gesamte Orchester beziehungsweise einzelne Instrumentengruppen sich der gefühlvollen Melodie hingeben.

Nach der Pause erklingt die Symphonie Nr. 3 von Johannes Brahms.

„Das Herz geht einem dabei auf“, sagte Brahms‘ Freund Antonín Dvořák. Mit der Grundtonart F-Dur erzeugt Brahms ganz traditionell eine Idylle. Darüber hinaus aber verzaubert er in dieser seiner vorletzten Symphonie auf unvergleichliche Weise mit den unterschiedlichsten Bildern, die seine Musik heraufbeschwört, universal verständlich und dennoch ganz persönlich.

Nicolas Altstaedt erhielt zahlreiche Auszeichnungen, die unter anderem zu seinem Debüt mit den Wiener Philharmonikern führten. Kommende Höhe punkte in seiner Laufbahn werden u.a. sein: eine Europatournee mit dem Australian Chamber Orchestra und der Chambre Philharmonique; Debüts beim Orchestre Philharmonique de Radio France, beim Helsinki Philharmonic, Rotterdam Philharmonic, Detroit Symphony Orchestra, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Gürzenich-Orchester und beim NDR Elbphilharmonie Orchester im Eröffnungsprogramm der Elbphilharmonie. Nicolas Altstaedt gastiert regelmäßig bei den Salzburger Sommerfestspielen und der Mozartwoche, in Verbier, den Proms und Luzern. 2012 wurde er auf Wunsch von Gidon Kremer künstlerischer Leiter des Kammermusikfestes Lockenhaus und 2014 künstlerischer Leiter der Österreichisch-Ungarischen Haydn-Philharmonie. Zurzeit ist Altstaedt „Artist in residence“ bei den Duisburger Philharmonikern.

Einführungsvorträge zu beiden Konzerten hält Astrid Kordak jeweils um 18.45 Uhr.

Karten für das Konzert sind erhältlich ab 21,90 Euro unter der Telefonnummer 0212 / 20 48 20.

Erstellt von am 04.12.2016.