Mystische Wesen verzauberten die Besucher im Alten Stellwerk

Solingen/ Was sollen die armen Leute nur tun? Sieben böse Hexen treiben im Land ihr Unwesen und niemand vermag sie aufzuhalten. Doch da naht der Retter – König Achim VIII – er schafft es, die bösen Hexen zu besiegen. So endet das Theaterstück „Die sieben bösen Hexen“ der Theater-AG der Grundschule Böckerhof doch noch mit einem Happyend. Darüber freuen sich die rund 40 Besucher, die ins „Alte Stellwerk“ gekommen sind, um hier ein ganz besonderes Halloween-Festival zu erleben.

Erzieherinnen und Kinder der OGS Böckerhof hatten das Märchen „Sieben böse Hexen“ einstudiert und erfreuten die Besucher mit einer amüsanten und kurzweiligen Theateraufführung. Trotz einiger Befürchtungen hielten die Hexennasen im Gesicht.

Erzieherinnen und Kinder der OGS Böckerhof hatten das Märchen „Sieben böse Hexen“ einstudiert und erfreuten die Besucher mit einer amüsanten und kurzweiligen Theateraufführung. Trotz einiger Befürchtungen hielten die Hexennasen im Gesicht.

„Die Nacht der mystischen Wesen“ haben Martina Hörle vom Literaturcafé und der Künstler Stefan Seeger das Festival genannt und – wie schon beim Märchenfestival im April – für jede Altersgruppe kreative Aktionen organisiert. So durften die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern aus Kürbissen gruselige Köpfe schnitzen. Hilfreich zur Seite stand ihnen dabei Stefan Seeger, der bereits im „Haus der Jugend“ in Gräfrath eine Kürbis-Schnitz-Aktion durchgeführt hat. Wachsam beobachtet wurden sie dabei von Skelett „Freddy“, der frech unter seinem Hut hervorschaute und sich bei Groß und Klein größter Beliebtheit erfreute. Genauso wie die leckere Kürbissuppe, die Stefan Seeger passend zu Halloween gekocht hatte.

Kraftvolle mystische Drachenwesen stellte Steph Engert, Leiterin des Solinger Tarothauses, mit Hilfe des gerade erst erschienen Starlight-Dragon-Tarots vor. Dieses außergewöhnliche Tarot-Deck wurde von Steph Engert und der Künstlerin Nora Huszka entworfen. Steph Engert erzählte von den kulturellen Hintergründen verschiedener Karten, die sie mittels großer Poster dem Publikum auch präsentierte. Von der Energie der Drachen inspiriert, ließen sich im Anschluss etliche Besucher von Steph Engert die Karten legen.

Freddy war der Stargast des Festivals. Große und kleine Besucher ließen sich gerne gemeinsam mit ihm fotografieren.

Freddy war der Stargast des Festivals. Große und kleine Besucher ließen sich gerne gemeinsam mit ihm fotografieren.

Wer den Weg ins Obergeschoss fand, traf dort auf Iris Güldenring, ein Spinnrad, einen Webstuhl und einen kleinen Hund. Iris Güldenring zeigte nicht nur, wie das uralte Handwerk des Spinnens funktioniert, sondern unter dem Motto „Spinn-Weben“ erzeugte sie an ihrem kleinen Webstuhl passende Halloween-Bänder. „Mit kleinen Kürbissen oder mit Spinnen“, erklärt sie. Auch diese Bänder entstanden in einer alten Technik. „Brettchentechnik“, verrät Iris Güldenring. Und sie lassen sich wunderbar als Halloween-Deko verwenden.

Lautstark ging es dann beim Trommelworkshop mit Uli Putsch zu, der den Teilnehmern zunächst einmal zu einem gleichmäßigen Rhythmus verhalf und dann mit Improvisationen zeigte, wie unterschiedlich eine einzige Trommel klingen kann. Konzentriert lauschten die Teilnehmer den Anleitungen des erfahrenen Percussionisten und hatten dabei auch noch sichtlich ihren Spaß.

Beim Trommelworkshop erklärte Uli Putsch den Teilnehmern kurz und einprägsam rhythmische Grundlagen. Die Begeisterung war groß. Schon nach wenigen Minuten hallten die Klänge der Trommeln durch das Stellwerk.

Beim Trommelworkshop erklärte Uli Putsch den Teilnehmern kurz und einprägsam rhythmische Grundlagen. Die Begeisterung war groß. Schon nach wenigen Minuten hallten die Klänge der Trommeln durch das Stellwerk.

Mit einer bunten Mischung von Gedichten und Geschichten brachte am Abend die Solinger Autorenrunde das Publikum mal zum Lachen, mal zum Gruseln. Eine wundersame Begegnung mit Katzen-Elfen am Wupperufer schenkte Christiane Trunk den Zuhörern. Dagegen sorgte Andreas Erdmann mit seinen „Galgenliedern“ für Gänsehaut und herzhafte Lacher gleichzeitig. Vor allem, als er den Tod zum Tanz auffordert und der dann über seine Knochen stolpert, den Kopf verliert und schließlich in sich zusammenfällt – denn „das Tanzen ist er nicht gewöhnt“. Ins Reich der Engel entführte Beate Kunisch mit einer berührenden Geschichte. Saga Grünwald zog die Zuhörer mit ihrer Erzählung über einen cellospielenden Geist, der eine Jungfrau ins Verderben lockt, in ihren Bann. Kay Ganahl las surreale Gedichte, in welchen nichts so ist, wie es scheint. Dagegen sorgte Martina Hörle mit ihrer Fledermaus auf Brautschau für große Heiterkeit, denn am Ende muss der arme Fledermaus herausfinden, dass seine Angebetete eine Fesselspiel liebende Ledermaus ist.

Die Solinger Autorenrunde unterhielt die Gäste mit allerlei lustigen, mystischen und gruseligen Texten, musikalisch durch Eela Soley und Uli Putsch in Szene gesetzt.

Die Solinger Autorenrunde unterhielt die Gäste mit allerlei lustigen, mystischen und gruseligen Texten, musikalisch durch Eela Soley und Uli Putsch in Szene gesetzt.

Stimmungsvoll und kreativ untermalt wurden die einzelnen Geschichten und Gedichte von Uli Putsch und Eela Soley, die im Anschluss noch ein Konzert mit sphärischen Klängen gaben, das das Publikum zu Begeisterungsrufen anregte. Mit den unterschiedlichsten Percussionsinstrumenten, mit Flöte, Klarinette und Stimme erzeugten sie eine Musik, die nicht nur den Herzschlag beschleunigte, sondern direkt zur Seele sprach. So ließen die Zuschauer die beiden Ausnahmemusiker auch nicht ohne mehrere Zugaben von der Bühne.

Mit der „Nacht der mystischen Wesen“ ist den beiden Veranstaltern ein wunderbares Halloween-Festival gelungen – ab von Mainstream und oberflächlichem Party-Wahn. (mh)

Erstellt von am 30.10.2016.