Solingen: Die frühe Gastonomie in Aufderhöhe

Große Akzeptanz und regen Zulauf hatten zu beinahe allen Zeiten die Wirtshäuser in Aufderhöhe. Dabei ist schon bemerkenswert, dass die Gaststuben von damals auch heute noch an gleicher Stelle in gleichen Gebäuden geöffnet haben.

Der Bergische Hof in den 60er Jahren Bild: Stamm

Der Bergische Hof in den 60er Jahren Bild: Stamm

Immer wieder wurden die Gasthöfe neu renoviert, umgebaut oder gar nach einem Feuer wieder aufgebaut.

Etwa um 1800 gab es in Aufderhöhe drei Wirtschaften. Durch Besatzung oder Durchmarsch verschiedener Besatzer waren die Gasthöfe schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Franzosen hatten sich dort ungastlich benommen. Wenige Jahre später waren es schon doppelt so viele Wirtshäuser, die immer mehr Bewohner anlockten. Man traf sich nach der Kirche oder am Abend. Die wenige Freizeit der Menschen wurde immer mehr in den Kneipen verbracht, und auch die ersten Vereine fanden ihren ständigen Treffpunkt in eben diesen Gasthäusern.

Brücke bei Aufderhöhe. Hier gab es das Restaurant von Jos Knoch Foto: Schlupp

Brücke bei Aufderhöhe. Hier gab es das Restaurant von Jos Knoch Foto: Schlupp

An der Grenze zu Aufderhöhe kam als letzte, es war in der Gründerzeit, die Gaststätte „Beim Öhm“ in Brücke dazu. In dem heutigen Treff einer Rocker-Gruppe gab es vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren regen Betrieb. Ausflügler kehrten hier ebenso ein wie ansässige Vereine aus Aufderhöhe. Einmal im Jahr gab es in den Gartenanlagen ein großes Fest.

Weit zurück reicht die Geschichte der „Hasenmühle“

Bekannt ist noch ein Mietskontrakt aus dem Jahre 1711. Hier vermietete Arnold Robert von Nesselrode dem Eberhardten Moller die Mühle und den Garten. Ferner wurde Moller vertraglich verpflichtet, den Pächtern von Nesselrode ohne Berechnung das Korn zu mahlen. Später gab es einen Zusatz in diesem Pachtvertrag. Hier wurde der Mieter verpflichtet, ein neues Stech (eine Brücke) über die Wupper zu errichten, falls es entzwei ginge. Das Holz für den Vorgänger der heutigen Wupperbrücke hatte der Mieter zu stellen. Eine richtige Brücke wurde aber erst zur Franzosenzeit gebaut, als die Provinzialstraße Solingen – Langenfeld angelegt wurde. Früher wurde Haasenmühle mit einem „a“ geschrieben. Die Hofschaft Haasenmühle hat sich im Laufe der Jahrhunderte fast gar nicht verändert.

Das Restaurant Haasenmühle. Damals wie heute ein beliebtes Ausflugsziel. Bild: Nied

Das Restaurant Haasenmühle. Damals wie heute ein beliebtes Ausflugsziel. Bild: Nied

Vermutlich im frühen 15. Jahrhundert als „Kreuwelsmolen“ entstanden, handelte es sich um eine mit Wasserkraft betriebene Getreidemühle. Im 18. Jahrhundert noch lebten die Bewohner von Landwirtschaft, Brauerei, Brennerei, Hausweberei und Ölherstellung. Die Oelmühle liegt höher an der gleichen Straße. Namentlich erwähnt wird die Schankwirtschaft jedoch erst in einem Pachtvertrag des Jahres 1951 zwischen dem Eigentümer Egon Graf von und zu Westerholt und dem Landwirt Alfons Schmitz.

Im Zentrum von Aufderhöhe gab und gibt es die Lokale Zur Post, Haus Lüttges und in Löhdorf Alt Löhdorf (die mehrere Namen führte).

Einen enormen Schub für viel Publikum gab es im Jahre 1870 im Bergischen Hof, der damals aber anders hieß. Der Wirt, Ferdinand Hinrichs, gewann einen großen Betrag in einer Lotterie. Nun wurde ein großer Saal angebaut. Seit dieser Zeit wird im Bergischen Hof und seinem Saal gefeiert, was das Zeug hält. Zur Zeit ist das Lokal aber wieder geschlossen.

Erstellt von am 10.10.2016.