Das Schweigen der Lämmer

Peter Nied

Peter Nied

Ein Kommentar von Peter Nied

Zumindest die erste Zeile der Internationale scheint bei vielen Solingern angekommen zu sein (Wacht auf, Verdammte dieser Erde,). Das „Ding“ ist vor die Wand gefahren. Die Aktion „Solingen redet mit“ hat sich durch seine Bezeichnung selbst abgeschafft. Es ging rund um den Haushalt 2017 und die notwendigen Einsparungen. Und die Steuerzahler sollten Vorschläge einbringen, wo man sie noch mehr belasten könnte. Diese Aktion hatte eigentlich immer den Charme von teile und herrsche. Hier wurden indirekt einzelne Schichten der Bevölkerung gegeneinander ausgespielt. Schlägt Müller Einsparungen hier vor, trifft es Schmitz nebenan. Und wenn hinterher geschimpft wird, konnte die Politik und Verwaltung immer mit erhobenem Finger auf die Bürger zeigen:“Habt ihr doch selber vorgeschlagen!“

Den guten Willen und das Angebot, dass die Solinger mit entscheiden dürfen, möchte ich niemanden absprechen. Aber die Aktion in sich war schon nicht mehr tragbar. Rückmeldungen und Moderation ließen auch zu wünschen übrig. Nicht nur Solingen, die ganze Gesellschaft ist unzufrieden und gewaltig misstrauisch geworden. Aktionen wie diese werden heute hinterfragt und nicht ohne zu murren bedient. Man kann sich nicht mit einem schalen Nachgeschmack aus einer Ausschreibung heraus schleichen und dann an anderer Stelle laut nach Mitbeteiligung rufen. Man kann auch nicht kritische Stimmen nötigen oder bedrohen und dann Blümchen verteilen.

Wenn der Solinger, der Bürger, wirklich etwas verändern möchte, dann muss er selbst aktiv werden. Die Menschen müssen sich in Ämter und Funktionen wählen lassen und Verantwortung übernehmen. Der Mensch muss selbst Politisch werden. Nur so beenden sie solche Kinderspielchen, wie die jetzt gescheiterte Aktion. Dann stehen sie aber auch auf der anderen Seite. Und dann müssen sie selbst die von ihnen eingeforderte Kreativität beweisen. Am Schluss wäre dann auf jeden Fall noch vor sogenannten politischen „Alternativen“ zu warnen.

Erstellt von am 04.10.2016.

Ein Kommentar Das Schweigen der Lämmer

  1. Tatjana K.

    10/10/2016 bei 14:50

    Das Armutszeugnis schlechthin für die Solinger Politiker. Und die armen überforderten Stadtlenker sind vom zugrunde liegenden Gutachten entäuscht. Eine Tüte Mitleid für die armem Menschen.

    Eigentlich ist Alles so einfach. Analysieren wo 80% der Kosten entstehen und dort ansetzen. Das gleiche Spiel bei den Einnahmen. Wo kommen 80% her und dort sehen wie ich diese Einnahmen erhöhe. Und wenn die Grundsteuer um 200% steigt. Es gibt kein Gesetz das besagt, dass Wohnen in Solingen am billigsten im weiten Umkreis sein muss. Und wenn man den Anteil der Grundsteuer an den ganzen Wohnkosten einmal genau betrachtet, dann sieht man, dass das nicht der Faktor ist. Wir reden bei einem typischen Mehrfamilienhaus i.d.R. von vielleicht 1000,- €, wenn dies um 40% steigen würde, wären das 400 € im Jahr mehr. Verteilt auf z.B. 4 Wohnungen also unter 10,- € pro Monat.

    Wären im Ergebnis 10.7 Mio €/anno mehr im Stadtsäckel. Die Bürger wären sauer, alle würden schreien, aber es wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Und nicht Eierdieberei um 12.000 € für vergünstigtes Schwimmen von Menschen mit Behinderung. Oder man könnte im nächsten Jahr das Fraktionsgelder noch mal um mehr als angemessene 50% erhöhen?! Wird ja Alles teuerer…