Literatur von Coppelpark bis Südpark

Solingen/ Am letzten Augustsonntag fand der 2. Literarische Wandertag statt. Autoren der Solinger Autorenrunde und des Freien Deutschen Autorenverbandes NRW nahmen ihre Zuhörer mit auf eine Wanderung im Zeichen der Literatur.

Acht Lesepunkte gab es beim 2. Literarischen Wandertag am letzten Sonntag. Auf der Strecke vom Coppelpark über die Trasse bis zum Südpark verweilte die Gruppe an ausgesuchten Plätzen und präsentierte ein reichhaltiges Repertoire von Lyrik und Prosa..

Acht Lesepunkte gab es beim 2. Literarischen Wandertag am letzten Sonntag. Auf der Strecke vom Coppelpark über die Trasse bis zum Südpark verweilte die Gruppe an ausgesuchten Plätzen und präsentierte ein reichhaltiges Repertoire von Lyrik und Prosa..

Den Auftakt machte Martina Hörle mit ihrer Geschichte „Unhörbare Melodie“. Auf der wunderschönen Aussichtsplattform im Coppelpark erzählte sie unter einer großen Eiche von einem Piano, das nicht mehr spielen konnte, aber zu neuem Leben erwachte. In „Schwarz und Rot“ haderte eine 58-jährige Frau mit ihrem Alter. Und „Nachbars Urlaub“ war ein wunderbares Beispiel für „Mehr Schein als Sein“.

Kay Ganahl, der Organisator der Veranstaltung, hatte Gedichte und Prosatexte mitgebracht. Die Zuhörer erfuhren etwas über den „Besuch in der hellen Stadt“ und über die „Stadt zwischen den Welten.“ In seinen Prosatexten befasste sich Ganahl mit der Polkappenschmelze und Kampfdrohnen. „Wir wollen die Natur vorlesend erwandern und freuen uns über jeden Gast, der sich unterwegs dazugesellt.“ Wenn sich auch nicht jeder Spaziergänger der Gruppe direkt anschloss, blieben viele stehen und hörten zu, wenn die Autoren ihre Werke, die unter dem Motto „Stadtluft macht frei“ standen, zum Besten gaben.

Kay Ganahl, Mitglied der Solinger Autorenrunde und des Freien Deutschen Autorenverbandes NRW, hatte die Wanderung organisiert. Er trug Texte über Polkappenschmelze und Kampfdrohen vor.

Kay Ganahl, Mitglied der Solinger Autorenrunde und des Freien Deutschen Autorenverbandes NRW, hatte die Wanderung organisiert. Er trug Texte über Polkappenschmelze und Kampfdrohen vor.

Zwei Sachen bleiben dem Kölner Dr. Manfred Luckau aus seiner Berliner Zeit in Erinnerung: Der Sportpalast und Tempelhof. Das Gedicht „Mensch“ handelte vom Boxen und wurde im typischen Berliner Dialekt vorgetragen. Der „Sportpalast“ hingegen war eine Wortspielcollage aus Berlinerisch und Hochdeutsch. Luckau stellte in „Summer Time“ Tempelhof 1968 dem Jahr 1938 gegenüber und ließ sich in „Freiheit“ darüber aus, dass im Zwischenraum viel Platz für den Übergang bleibt.

Beate Kunisch präsentierte das locker-leichte Gedicht „Der Spatz“ und schilderte in ihrer Anekdote „Schönes Wochenende“ die Erlebnisse einer jungen Frau beim Einkaufen eines Bikinis. Christiane Trunk erzählte Episoden aus Sicht einer Katze, die grünen Hering mag, und beschrieb in „Sommer in der Stadt“ kleine alltägliche Ereignisse im „Abraxas“. Auch Maria Stalder malte in „Atmosphären der Stadt“ Vorkommnisse über das Treiben und Verweilen am Rhein aus. Dann folgten kleine poetische Texte, in denen sich der Feierabend ausbreitete und der Mond im Rhein spiegelte. Zum Schluss trug sie den Zuhörern das Märchen des blassrosa Mauerblümchens vor, das Besuch von einem schillernden Käfer bekommt und zum ersten Mal seine eigene Stimme hört.

An den verschiedenen Lesepunkten gesellten sich immer wieder Zuhörer zur Gruppe und hörten sich interessiert die Geschichten an.

An den verschiedenen Lesepunkten gesellten sich immer wieder Zuhörer zur Gruppe und hörten sich interessiert die Geschichten an.

Gigi Louisoder veranschaulichte den Zuhörern aus ihrem Buch „Gewissenlos“ die Geschichte von Edda und Ralf, eine Geschichte von Vertrauensmissbrauch und Verrat, von Sex im Auto, dem dadurch verursachten Genickbruch und einem unerwarteten Ende.

Zum Abschluss der literarischen Wanderung brachte Andreas Erdmann im Schatten des Alten Bahnhofs unter Bäumen das Gedicht „Stell Stond“ – ein Gedicht über die Wupper in Solinger Mundart. Danach nahm er die Anwesenden mit auf „Eine Reise nach Ea“, absurd und doch real. Ein Mensch erfährt, dass er gar nicht sterben kann, weil er eigentlich nie wirklich gelebt hat. Ein Appell an alle, etwas aus ihrem Leben zu machen.

Bernd Möller sang einige seiner Songs und begleitete sich selbst mit der Gitarre.

Bernd Möller sang einige seiner Songs und begleitete sich selbst mit der Gitarre.

Die musikalische Untermalung lag in den Händen von Bernd Möller, der an den verschiedenen Standpunkten mit der Gitarre einige seiner eigenen Lieder zum Besten gab. „Pianotasten, Morgenbote“ und „Ein Teller warme Suppe“ –Texte, mal nachdenklich, mal amüsant.

Die Reihe der literarischen Wandertage wird im kommenden Jahr fortgesetzt.

Erstellt von am 30.08.2016.