Rettungsdienst – Cui bono

Carsten Stoffel_2_swEin Kommentar von Carsten Stoffel

Die Malteser sind sauer, zu Recht, wie ich finde. Was hat sich Sascha Küll und seine Truppe in den vergangenen Wochen alles anhören müssen. Man habe sich bereichern wollen, das Erzbistum habe den Solingern einen Strick drehen wollen und andere Kakophonien ergossen sich über die Helfer der Malteser.  Ich persönlich glaube davon kein Wort.

Bereits sehr früh hatten sich die Malteser erklärt, zu welchen Konditionen sie arbeiten. Dass Mitarbeiter des Rettungsdienstes für einen Hungerlohn arbeiten, für einen Lohn, der knapp unterhalb des Mindestlohns für Pflegeberufe angesiedelt ist, halte ich für schäbig und unangemessen.

Sicherlich könnte man jetzt sagen, Tim Kurzbachs SPD hat mit dem Mindestlohn die Standards nach unten gesenkt, nun stellt sie auch sicher, dass so viele wie möglich diesen Mindestlohn auch erhalten. So einfach ist die Sache jedoch nicht.

Ich frage mich vielmehr, wem nützt es, dass der ASB nun als Billigheimer in Solingen tätig ist und weshalb sieht die Politik und Verwaltung so großzügig darüber hinweg.

Bekannt ist, dass Tim Kurzbach und Jan Welzel lange Jahre für das DRK tätig waren. Gerade das DRK mit seiner ebenfalls bescheidenen Lohnpolitik kann kein Interesse an einem Mitbewerber haben, der nach dem Tarif AVR Caritas zahlt. So waren denn auch in der Vergangenheit immer wieder kritische Stimmen über Strukturen des DRK in den Medien zu lesen. Wie man hört, hatten einige Mitarbeiter vor, das DRK in Richtung Malteser zu verlassen.

Nach dem Verlust des Rettungsdienstes dürften derartige Bestrebungen nur noch Makulatur sein. Zumindest dann, wenn man in der Region bleiben will.

Für das DRK jedenfalls ist es eine prima Drohkulisse. Arbeite für das Geld was wir dir bezahlen, oder für weniger beim ASB.

Erstellt von am 02.08.2016.

2 Kommentare Rettungsdienst – Cui bono

  1. Axel Unshelm

    03/08/2016 bei 12:20

    Guter und absolut richtiger kommentar!
    Da wurde von unseren Politikern, zumindest nach meiner Meinung nach, mal wieder zu kurz gedacht.
    Ich glaube das die Mehrheit der Bürger es gerne gesehen hätte, wenn weiter mit den Maltesern gearbeitet worden wäre. Auch wenn das vielleicht etwas mehr gekostet hätte.
    Aber Qualität hat nun mal seinen Preis und beim Rettungsdienst zu sparen ist sicherlich der falsche Weg.

  2. Michael Bayer

    03/08/2016 bei 18:30

    Sind Sie sicher, dass da „von unseren Politikern, zumindest meiner Meinung nach, mal wieder zu kurz gedacht wurde“ oder könnte es sein, dass dem ganzen sogar eiskalte Berechnung zu Grunde liegt?
    Schließlich betätigen sich gerade Auftraggeber der „öffentlichen Hand“ oft genug als Preistreiber (nach unten natürlich!“)
    Sparen auf Kosten der Ärmsten – die nebenbei einen verdammt harten Job machen -, wohl wissend, dass viele von denen zu pflichtbewusst sind, als dass sie ihre Patienten einfach im Stich ließen.
    Die dabei gesparten Gelder lassen sich garantiert woanders viel sinnvoller einsetzen—- z.B. für Vorstandsvergütungen?
    Nebenbei – auch der Mindestlohn lässt sich oftmals sehr einfach prima unterlaufen.