Rette sich wer kann

Carsten Stoffel_2_swEin Kommentar von Carsten Stoffel

„Rette sich wer kann“, scheint die Überschrift der gestrigen Pressekonferenz im Polizeipräsidium Wuppertal gewesen zu sein, angesichts der Kriminalitätsentwicklung im Städtedreieck.

Das Eingeständnis, nichts gegen kriminelle Banden unternehmen zu können, weil diese in „unbegrenzter Zahl“ ins Land strömen, ist der Offenbarungseid der Staatsgewalt, die nicht müde wird zu betonen, dass man Bürgerwehren ja ablehne. Was NRW-Innenminister Ralf Jäger damit meinte, als er am Donnerstag im WDR Interview meinte, der Bürger sei jetzt gefordert, bleibt indes völlig schleierhaft.

Was bei der Sperr- und Schließtechnik-Industrie vermutlich Freude auslöst, ruft in mir Kopfzerbrechen hervor. Fragt man nach Maßnahmen, wie der Schleierfahndung, mit der in Bayern große Erfolge erzielt werden konnten, heißt es hier: „Das NRW Polizeigesetz sieht das nicht vor“. Eine stärkere Einbindung des Bürgers, wie in Hessen und anderswo, sieht das NRW Gesetz ebenfalls nicht vor.

Da darf man am Ende des Tages ruhig die Frage stellen, ob in NRW wirklich alle Mittel ausgeschöpft werden, um Straftaten zu verhindern, oder ob Shows, wie der Blitzermarathon, nicht das falsche, ein trügerisches Bild von Sicherheit vermitteln.

Auch in Solingen wird man sich fragen müssen, ob es vordringlichste Aufgabe ist, eine Sportarena zu bauen, oder ob das Geld in Planstellen beim Ordnungsamt und damit bei der inneren Sicherheit nicht besser angelegt ist.

Erstellt von am 12.03.2016.

Ein Kommentar Rette sich wer kann

  1. Alien_In_New_York

    18/03/2016 bei 21:05

    Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich ja schmunzeln. Aber leider meint die Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, des Polizeipräsidiums Wuppertal diese peinlichen „Veröffentlichungen“ wirklich ernst:

    https://www.polizei.nrw.de/wuppertal/artikel__308.html

    Dieser Link führt zu den Kriminalstatistiken, genauer den Berichten über die Kriminalitätsentwicklung in Wuppertal, Remscheid und Solingen aus den Jahren 2007 bis 2015.

    Die unfassbar hohe Anzahl an Rechtschreibfehlern, Formatierungsfehlern und Methodikfehlern in diesen „Veröffentlichungen“, ist mit fachlicher Inkompetenz allein nicht mehr zu erklären.

    Ich habe Methodik und Statistik als Studienfach erleiden dürfen und das was die Herren Polizeibeamte der Bevölkerung hier seit 2007 anbieten hat den Namen „Statistik“ nicht verdient. Es ist eine Beleidigung für jeden Leser der des Deutschen mächtig ist.

    Wer so etwas veröffentlicht, auch noch im Namen einer Landesbehörde, hat jede Leistungsmotivation verloren und will wahrscheinlich nur aufzeigen wo und wie Steuergelder verschwendet werden. Nämlich beim falschen Personal. Unfassbar für was da Planstellen verbraten werden. Während massenhaft, teuer ausgebildete, akademische Highperformer für Hungerlöhne in Callcentern arbeiten müssen.

    Wahrscheinlich wollen Sie keine Bürgerwehren in NRW weil sie die Effizienz von ernsthaft engagierten und motivierten Menschen fürchten. Es könnte ja herauskommen das die Beamten primär nur eines im Sinn haben, ihre eigene Existenz und die ihrer Familie zu sichern.

    Aber ich schweife ab und schliesse hier den Text lieber mal sonst fallen mir noch ein paar mehr Beobachtungen aus meinem Berufsleben ein. Ausserdem gibt es ja vermutlich auch wirklich engagierte Beamte die es nicht verdient haben von allen Seiten kritisiert zu werden oder im Topf der inadäquaten Generalisierungen zu landen.