Wuppertal/Solingen: Wohnungseinbrüche bereiten der Polizei Kopfzerbrechen

Wuppertal/Solingen/ Im Wuppertaler Polizeipräsidium stellte die Polizeiführung um Präsidentin Birgitta Radermacher jetzt die Kriminalstatistik 2015 für das Bergische Städtedreieck vor. Vor allem die explosionsartig angestiegenen Wohnungseinbrüche sorgen bei den Gesetzeshütern für Sorgenfalten.

Im Polizeipräsidium Wuppertal wurden jetzt die Zahlen der Kriminalstatistik für das Berichtsjahr 2015 vorgetellt

Im Polizeipräsidium Wuppertal wurden jetzt die Zahlen der Kriminalstatistik für das Berichtsjahr 2015 vorgetellt

Recht kurzfristig anberaumt wurde die Pressekonferenz im Wuppertaler Polizeipräsidium, da Innenminister Jäger seinerseits spontan eine Erklärung dazu abgab und seine Polizeibehörden so etwas in Verlegenheit brachte. „Davon wurden auch wir vollkommen überrascht“, erklärte Detlef Rüter, Leiter der Pressestelle.

So ist die Wuppertaler Polizei aber eine der wenigen Behörden im Land, die die Zahlen der Kriminalstatistik für das Jahr 2015 noch in dieser Woche veröffentlichen wollte. Viele andere NRW-Kreispolizeibehörden und Präsidien werden erst am Montag nachziehen.

„Wir wurden überrannt und überrascht im Bereich des Wohnungseinbruchs im vergangenen Jahr“, erklärte Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher. Während der Anstieg der Wohnungseinbrüche in Solingen von 2014 (329) auf 2015 (404) um 22,8 Prozent „vergleichsweise moderat war“, sind die Zahlen für Wuppertal selbst dramatisch.

Dort verdoppelten sich die Einbrüche auf 1.182 Delikte im Jahr 2015. Um Remscheid machten die Einbrecher allerdings einen Bogen. Hier gingen die Wohnungseinbrüche ganz gegen den Trend um 27 Prozent auf 176 zurück.

Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher stellte die Kriminalstatistik für das Bergische Städtedreieck vot. Sie hatte teilweise erschreckende Zahlen im Gepäck

Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher stellte die Kriminalstatistik für das Bergische Städtedreieck vor. Sie hatte teilweise erschreckende Zahlen im Gepäck

Bei den Wohnungseinbrüchen beobachte die Polizei seit einiger Zeit, dass zahlreiche Täter aus dem südosteuropäischen Raum und dem Balkan bestens organisiert, professionell und gezielt auf Objektsuche gingen und zuschlügen. „Sie fallen ein, begehen Taten und sind wieder weg“, erklärte Ronald Bäumler, Leiter der Direktion Kriminalität. Dass diese Tätergruppen zu einem großen Teil bestens in Banden organisiert seien, würden auch die Schwankungen bei der Zahl der Wohnungseinbrüche zeigen.

Remscheid 2015 mit rückläufigen Wohnungseinbrüchen und Wuppertal 2014 mit relativ niedrigen Zahlen würde dies belegen. „Es handelt sich dabei auch teilweise um Familienverbände. Die agieren absolut professionell. Inwiefern der soziale Zusammenhalt in einer Kommune eine Rolle dafür spielt, ob in dieser Stadt gezielt zugeschlagen wird, muss noch geklärt werden“, so Bäumler weiter. Die Polizei gehe davon aus, dass zwischen 40 und 60 Prozent der Wohnungseinbrüche von organisierten Bandenmitgliedern begangen werden.

Insgesamt 11.408 Delikte wurden 2015 in Solingen von der Polizei gezählt. Das ist ein Rückgang um knapp fünf Prozent zum Vorjahr. Allein bei den Kfz-Delikten ist insgesamt ein deutlicher Rückgang von 18 Prozent auf 1.597 Fälle zu verzeichnen. Leicht rückläufige Werte für 2015 in Solingen auch im Bereich der Gewaltstraftaten: Insgesamt wurden 1.027 Körperverletzungen zur Anzeige gebracht, darunter drei versuchte Tötungsdelikte. Das ist ein Prozent weniger als im Jahr davor.

Ronald Bäumler ist Leiter der Direktion Kriminalität imn Wuppertaler Polizeipräsidium. Er stellte unter anderem die Fallzahlen der Wohnungseinbrüche vor / Fotos (3): B. Glumm

Ronald Bäumler ist Leiter der Direktion Kriminalität im Wuppertaler Polizeipräsidium. Er stellte unter anderem die Fallzahlen der Wohnungseinbrüche vor / Fotos (3): B. Glumm

Mit einer Aufklärungsquote von 47,85 Prozent bildet Solingen das Schlusslicht im Bergischen Städtedreieck (W: 53,73 und RS: 59,60 Prozent). Die derzeitige Flüchtlingssituation habe keine Auswirkungen auf die Fallzahlen.

Lediglich Täter aus den nordafrikanischen Maghrebstaaten seien zuletzt vermehrt bei Diebstahldelikten in Erscheinung getreten. Wurden 339 Täter aus dem Maghreb 2014 ermittelt, waren es im vergangenen Jahr für das gesamte Bergische Städtedreieck 624.

So bleibt in allererster Linie der Wohnungseinbruch das Delikt, mit dem sich die bergische Polizei auch in Zukunft auseinanderzusetzen habe. Eine Antwort auf die Frage, wie man der Einbruchsproblematik vor allem in Wuppertal und Solingen Herr zu werden gedenkt, blieb die Polizei allerdings schuldig. (bgl)

Erstellt von am 11.03.2016.

5 Kommentare Wuppertal/Solingen: Wohnungseinbrüche bereiten der Polizei Kopfzerbrechen

  1. Ruediger

    12/03/2016 bei 08:26

    Wie während es mit mehr Polizisten auf der Straße? Oder mit härterer Auslegung der Strafmaßes durch die Justiz?Alles Dinge,die der Bürger leider nicht selber managen kann.Dann würde es auch funktionieren. Aber so!!!

    • Heide Sorgenvoll

      12/03/2016 bei 13:43

      Stimmt! ….. man organisierte sich auch in einigen Städten und formierte sich zu einer Art Bürgerwehr… sich wohl bewust das es sich NUR um Informations /und Präsens – Aktionen handele.Dies wurde vehement in Frage und unter Anklage gestellt …FAZIT und darauffolgendes Zitat des Innenministers/NRW “ dies gehöre nicht in Bürgerhand! Bei unseren sächsischen Nachbarn stieß dies auf taube Ohren – gut so!

  2. Peter Jacobs

    12/03/2016 bei 11:39

    unser Kuschelstaat ist ein SB Laden geworden.. Bei diesem Innenminister NRW kein Wunder. Wird ja noch viel besser. Refugees Welcom

  3. Stefan

    12/03/2016 bei 12:28

    Vor mehreren Monaten wurden in der Siedlung, in der ich wohne, fremde Personen von Nachbarn beobachtet, die von den Gärten aus die Häuser rückwärtig fotografierten.
    Einige Monate später kam es in diesem Bereich zu Einbrüchen oder Versuchen!
    Die Mieter oder Hausbesitzer sollten bei solchen Beobachtungen misstrauisch werden und es nicht scheuen sofort die „Polizei“ telefonisch zu verständigen.
    Vielleicht sind sogar versteckt gemachte Fotos von solchen Personen für die Polizeibehörde sinnvoll und in diesem Fall nicht verwerflich…

  4. Eyup

    14/03/2016 bei 12:37

    Auffällige Personen sollte man auf jeden Fall melden. Die Einbruchsorte werden oft tagelang beobachtet (wann ist jemand da, wann nicht usw.). Oft würde aber auch eine bessere Absicherung des Hauses oder der Wohnung helfen. Meist machen die Leute das erst, wenn der Ernstfall eingetreten ist. Natürlich ist es traurig, dass eine solche Absicherung überhaupt nötig ist. Eine gute Vernetzung in der Nachbarschaft ist auch wichtig, damit jeder auch auf die umliegenden Häuser und Auffälligkeiten ein Auge hat.