Berlin: Zeitreise in die Historie der Video- und Computerspiele

Berlin/ Die deutsche Hauptstadt glänzt mit einer Fülle an Museen und Ausstellungen. Darunter sind auch einige Exoten. So zum Beispiel das Computerspielemuseum, das im ehemaligen Café Warschau an der Karl-Marx-Allee die Geschichte der virtuellen Spielwelt zeigt.

Da schlägt das Herz des Zockers höher: Im Computerspielemuseum gibt es zahlreiche Exponate auch aus der Frühzeit der Heimcomputer zu bestaunen

Da schlägt das Herz des Zockers höher: Im Computerspielemuseum gibt es zahlreiche Exponate auch aus der Frühzeit der Heimcomputer zu bestaunen

Am Anfang war „Pong“. Auf jeder Seite des Bildschirms jeweils ein Strich, der sich mittels eines einfachen Controllers von oben nach unten bewegen lässt. Und natürlich der virtuelle Ball, der von den zwei Spielern von links nach rechts geschleudert wird.

1972 ging dieses – dem Tischtennis nicht unähnliche – Spiel auf den Markt und begeisterte schon damals die noch junge Spielergemeinde.

Denn so richtig begann die Erfolgsgeschichte der Computerspiele erst einige Jahre später. In den Spielhallen wurde an den großen Automaten „Pac-Man“ gespielt. Zu Hause standen die ersten Spielekonsolen, wie der Atari 2600, vor dem Fernseher. Echte Freaks hatten mit dem Commodore VC 20 sogar einen der ersten Homecomputer daheim.

In der "Spielhölle" dürfen die Automaten alle ausprobiert werden. Kleingeld benötigt man nicht, denn hier genügt der Knopfdruck

In der „Spielhölle“ dürfen die Automaten alle ausprobiert werden. Kleingeld benötigt man nicht, denn hier genügt der Knopfdruck

Seit 2011 können Nostalgiker im Computerspielemuseum in Berlin an der Karl-Marx-Allee im Stadtteil Friedrichshain auf eine Zeitreise in die Historie der Games gehen. In der umfangreichen Dauerausstellung wird die Entwicklung der Heimcomputer und die dazugehörige Spieleevolution gezeigt. Viele der Exponate dürfen auch ausprobiert werden.

So wurde unter anderem eine komplette „Spielhölle“ der 1980er aufgebaut, in der alle der ausgestellten Automaten auch ausprobiert werden können. Freileich braucht man dazu kein Kleingeld mehr. Knopfdruck genügt und los geht es mit Spielelegenden wie „Space Invaders“.

Nebenan haben sich die Verantwortlichen des Museums ganz besondere Mühe gegeben und mehrere authentische Räume aus der Zeit der ersten Zockererlebnisse nachgebaut.

Hier wird die Zeitreise fast schon perfekt gemacht. Am Atarie 1600 in hstorisch korrekter Umgebung eine Runde mit Papa zocken...

Hier wird die Zeitreise fast schon perfekt gemacht. Am Atari 2600 in hstorisch korrekter Umgebung eine Runde mit Papa zocken…

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…oder lieber im Kinderzimmer nebenan die gute alte Zeit am 64er aufleben lassen. Im Berliner Computerspielemuseum ist beides möglich

So kann man also im Kinderzimmer des Jahres 1986 am C-64 sitzen und spielen. Neben den bekannten Konsolen wie den frühen Geräten aus dem Hause Nintendo (inklusive Game Boy und vieler anderer Portables) und der Playstation 1, werden auch eher weniger populäre Geräte wie das Intellivision vorgestellt.

Nicht so beliebt wie der C64 waren beispielsweise auch der C16 und der Plus4 von Commodore, die es im Museum natürlich auch zu sehen gibt.

Überhaupt gibt es im Computerspielemuseum keine Lücke in der Historie der Games und der Computer. Gezeigt werden fast alle entwickelten Geräte und zahlreiche Spiele seit Anbeginn der Zockergeschichte.

Der gute alte "Brotkasten". Ganze Generationen wuchsen mit dem C-64 auf und erinnern sich mitunter wehmütig an die gute alte Zeit

Der heißgeliebte „Brotkasten“. Ganze Generationen wuchsen mit dem C-64 auf und erinnern sich mitunter wehmütig an längst vergangene Zockertage

Mit dabei natürlich unter anderem der Amiga 500 und der Atari ST. Und später natürlich auch der PC mit all seinen variantenreichen Spielen, die in den vergangenen Jahrzehnten programmiert wurden.

Daneben auch immer wieder Accessoires. So finden sich erfahrene Spieler mit dem Joystick „Competition Pro“ sofort zurecht, der an gleich mehreren Stationen benutzt werden darf.

Das alles garniert mit zahlreichen Schautafeln und Informationen sowie kleinen Filmen, die interessante Details zu den jeweiligen Exponaten erklären.

Pac-Man mal etwas anders. Hier ist der Controller so groß wie der Spieler. Den Knopf bedient man elegant mit dem Fuß

„Pac-Man“ mal etwas anders. Hier ist der Controller so groß wie der Spieler. Den Knopf bedient man elegant mit dem Fuß

Während viele der jüngeren Besucher ob der mitunter pixeligen Grafik und der unverständlichen Begeisterung von Papa nur erstaunt mit dem Kopf schütteln können, strahlen vor allem bei den älteren Gästen, die mit C64 und Co. aufgewachsen sind, die Augen.

So sollten passionierte Spieler für ihren nächsten Besuch in Berlin rund zwei Stunden einplanen und auf der Karl-Marx-Allee im El Dorado der Zocker reinschauen. (bgl)

Weitere Informationen

Das Computerspielemuseum an der Karl-Marx-Allee in Berlin / Fotos (7): B. Glumm

Das Computerspielemuseum an der Karl-Marx-Allee in Berlin / Fotos (7): B. Glumm

Eintrittspreise

Normal: 8 €
Ermäßigt: 5 €
Familienkarte: 17 €

Öffnungszeiten

Täglich 10-20 Uhr

Das Computerspielemuseum im Internet

Erstellt von am 01.03.2016.

2 Kommentare Berlin: Zeitreise in die Historie der Video- und Computerspiele

  1. Michael

    01/03/2016 bei 18:24

    Wo wir beim Thema ältere Computerspiele sind: Falls jemand noch funktionstüchtige NES-Spiele haben sollte die er gerne los werden möchte, ich hätte Interesse.

  2. Diether

    04/03/2016 bei 10:31

    Das ist ja wirklich erstaunlich.

    Ich wusste gar nicht,das es überhaupt solch ein Museum in Deutschland gibt.

    Ich fühlte mich als 48 jähriger wieder in die “ Gute Alte “ Zeit versetzt,wo Intellivision und das Atari System den Markt bestimmten.

    Ein sehr guter Bericht,der hier gezeigt wurde.Bravo,gerne mehr von solchen Artikeln,bzw Berichten.

    Jetzt steht auch schon fest,wo ich beim nächsten Besuch in Berlin vorbeischaue.

    Das Computerspiele Museum in der Karl Marx Allee in Berlin.

    Diether Hoppe