Solingen: „Nordisches Licht“ – eine Vernissage von Zoran Velinov

Solingen/ von Martina Hörle – Zoran Velinov ist fasziniert vom Licht des Nordens. Deshalb reist er jedes Jahr wieder auf die Lofoten. „Man weiß zwar, was sich physikalisch abspielt“, sagt Velinov, „aber es zu erleben ist etwas ganz anderes.“

Zoran Velinov beschreibt, welche Bedeutung die Ursprünglichkeit der Landschaften für seine Werke hat. Er beginnt ohne Plan im Kopf und lässt seiner Inspiration freien Lauf.

Zoran Velinov beschreibt, welche Bedeutung die Ursprünglichkeit der Landschaften für seine Werke hat. Er beginnt ohne Plan im Kopf und lässt seiner Inspiration freien Lauf.

Velinov, Solinger Künstler (*1957 in Kumanovo/Mazedonien) liebt die Natur in ihrer ursprünglichen Form. Nach seinem Urlaub in 2007 hat er mit seinen Exponaten für diese Ausstellung begonnen. Die Arbeit hat ihn im Laufe der Zeit künstlerisch verändert. Während die früheren Werke eher surrealistischer Art waren, sind seine Themen mittlerweile kosmischer geworden und haben teilweise etwas Mystisches an sich.

Der Kosmos selbst war für Velinov immer schon ein Thema. Auf seinen Bildern, vorwiegend schwarz-weiß, sind grundsätzlich Landschaften im Hintergrund zu sehen, ganz gleich, welches Motiv der Vordergrund zeigt. Mit diesen Landschaften, teils echt, teils fiktiv, beginnt er seinen Schaffensprozess. Keinesfalls will er jedoch eine Landschaft nur kopieren.

„Ich mag das Bizarre, die Natur, in die der Mensch noch nicht eingegriffen hat“, beschreibt er seine bevorzugte Malumgebung. Hier baut er seine drei Meter breite Staffelei auf und beginnt zu zeichnen, spontan und expressiv.

In solch einem Werk sieht jeder etwas anderes. Manche, eher zufällig entstandene Formen, arbeitet Velinov bis ins kleinste Detail aus.

In solch einem Werk sieht jeder etwas anderes. Manche, eher zufällig entstandene Formen, arbeitet Velinov bis ins kleinste Detail aus.

Dabei hat Zoran Velinov keinen fertigen Plan im Kopf. Mit Zeichenkohle, schwarzer Kreide und schwarzer Tusche wirft er Skizzen auf nicht grundierte Baumwolle und wählt auch hier eine unübliche Vorgehensweise, denn die Baumwolle ist nicht in einen Rahmen gespannt, sondern nur lose befestigt. Dadurch werden besondere Effekte erzielt, die Velinov aufs Neue inspirieren und stellenweise bis ins feinste Detail ausgearbeitet werden.

Er steht in der nordischen Landschaft mitten zwischen Gletschern, Gebirge, Wasser und der speziellen Vegetation des Nordens vor der Staffelei und genießt die Landschaft, das Licht und diese unglaubliche Ruhe. „Die richtige Arbeit“, sagt er, „kommt erst später. Für ein Bild brauche ich etwa ein bis zwei Monate. Die Landschaft entwickelt sich dann von selbst.“

Eine nicht übliche Vorgehensweise: Die Baumwolle wird nicht in einen Rahmen gespannt, sondern lose befestigt. Dadurch entstehen überraschende Effekte, die zu einer Quelle neuer Inspiration werden. / Fotos (3): M. Hörle

Eine nicht übliche Vorgehensweise: Die Baumwolle wird nicht in einen Rahmen gespannt, sondern lose befestigt. Dadurch entstehen überraschende Effekte, die zu einer Quelle neuer Inspiration werden. / Fotos (3): M. Hörle

Auch wenn es noch einige Gegenden gibt, die Zoran Velinov gerne kennenlernen möchte, wie beispielsweise Patagonien und Alaska, findet er hier ebenfalls schöne Dinge in der Natur. So können Wurzeln, eigenartig geformt und ohne Erde, sehr inspirierend sein. Er sieht im Mikrokosmos neue Welten und macht daraus riesengroße Bilder. Der Mikrokosmos explodiert förmlich. Und wenn es erforderlich ist, steht Zoran Velinov mitsamt seiner Staffelei mitten in der Wupper,

Weitere Inspirationen holt sich der Künstler aus der elektronischen Musik. Er hört zu und aus seiner Hand fließt das Gehörte auf das Tuch.

Zoran Velinov, ein Mann der kreativen Spontaneität, verrät uns, dass er in seiner Freizeit sehr gerne kocht. Und, wie könnte es anders sein, natürlich ohne Rezept. (mh)

Informationen zur Ausstellung:

Donnerstag,         3. März 2016    19 Uhr Eröffnung

Samstag,             12. März 2016    13 + 16 Uhr Ausstellungsführung plus Performance

Donnerstag,       14. April 2016     19 Uhr Finissage mit Abschlusskonzert

Die Werke können vor Ort erworben werden.

Veranstaltungsort:

Kulturverein Alte Pumpstation Haan e. v., Zur Pumpstation 1, 42781 Haan

Fotos der Galerie: Martina Hörle

Erstellt von am 26.02.2016.