Güterhallen: „Mono – Monophon – Monochrom“ – eine Erlebnisreise für Auge und Ohr

Solingen/ von Martina Hörle – Am Samstag veranstalteten die Güterhallen von 14 bis 22 Uhr unter dem Motto „Mono – Monophon – Monochrom“ ein Event, bei dem sowohl die ansässigen Künstler als auch Künstlerkollegen von auswärts mit unterschiedlichen Aktionen vertreten waren. Acht Stunden lang konnten Besucher sich an der Vielseitigkeit erfreuen, mit der die Kunstszene das Motto für Augen und Ohren umgesetzt hatte.

Dieses Bild zeigt eine der vielen Umsetzungen von Monochrom. Zu besichtigen ist es in der Galerie Gecko.

Dieses Bild zeigt eine der vielen Umsetzungen von Monochrom. Zu besichtigen ist es in der Galerie Gecko.

Den musikalischen Auftakt gab es um 15 Uhr in der Galerie Gecko. Eela Soley und Ulrich Putsch hatten eine Reihe monophoner Instrumente im Einsatz. Während Eela Soley mit Saxophon, Sopransaxophon, elektronischem Saxophon und Querflöte virtuos jonglierte, entlockte Uli Putsch Framedrum und Kanjira ganz besondere Melodien.

„Monophone Musik heißt, Raum zwischen den Tönen zu lassen, um jedem Ton die Möglichkeit zu geben, im Kopf des Zuhörers anzukommen“, erklärte Putsch. Die Instrumente, die er hier einsetzte, werden bislang in der elektronischen Musik von keinem anderen Musiker verwendet.

Norbert Sarrazin, Initiator des Events und Mitglied im Atelier Künstlerpack begrüßt die Gäste zur musikalischen Darbietung von Eela Soley und Uli Putsch im Atelier Gecko.

Norbert Sarrazin, Initiator des Events und Mitglied im Atelier Künstlerpack begrüßt die Gäste zur musikalischen Darbietung von Eela Soley und Uli Putsch im Atelier Gecko.

Währenddessen konnten Besucher im Atelier Pest-Projekt Exponate von Katy Gluch besichtigen. Sie hatte für ihre Aktion eine wirklich „goldige“ Idee verwirklicht. Die Einbände von Büchern wurden vom Rest des Papiers befreit, mit Acrylfarbe vergoldet und auf winzige Staffeleien gestellt. Auslöser für diese Idee war sinnigerweise das Buch „Das Ende des Goldes.“

„Blau machen“ war bei Régis Noël angesagt. Eine fast monochrome blaue Wand lud ein zur Blaupause. Hier konnte man gemütlich am Kaminfeuer entspannen. Wer mochte, ließ sich von Inge Heyen digital fotografieren oder von Régis Noël aquarellieren. Für den Hintergrund der blauen Wand hatte Inge Heyen Solinger Motive wie Tapetenmuster verwendet.

Katy Gluch hat die Einbände von Büchern mit Acrylfarbe vergoldet. Auslöser dieser Idee war das Buch „Das Ende des Goldes“.

Katy Gluch hat die Einbände von Büchern mit Acrylfarbe vergoldet. Auslöser dieser Idee war das Buch „Das Ende des Goldes“.

An den Wänden des Ateliers AndersARTig waren zahlreiche Gemälde zu bestaunen. Bei dem Düsseldorfer Künstler Arnd Vogelsang kreisten einfarbige Wellenlinien auf einfarbigem Hintergrund. Wladimir Vollmer, Solinger Künstler aus Russland, hielt sich an schwarz – grau – weiß. An der Wand gegenüber hingen Werke der Kölner Gruppe „Sichtbar“. Hier wurde deutlich, wie unterschiedlich man dasselbe Thema interpretieren kann.

Renate Proest malte ihre Werke zwar Ton in Ton, aber doch nicht unbedingt mit nur einer Farbe. Sie hatte das Wasser als monochromes Element gewählt. Eva Volmer-Kopkas Bilder zeigten Naturmotive aus Friesland. Sie bestanden aus einer Farbe in unterschiedlichen Abstufungen. Die dritte Variante sah man bei den Bildern von Barbara Ruf. Sie hatte jedes ihrer Gemälde mit einem einheitlichen Plastiküberzug verhüllt und so das Monochrome dargestellt.

Das Atelier von Régis Noël lud ein zur Blaupause. Für den Hintergrund hat Inge Heyen Solinger Motive wie Tapetenmuster verwendet.

Das Atelier von Régis Noël lud ein zur Blaupause. Für den Hintergrund hat Inge Heyen Solinger Motive wie Tapetenmuster verwendet.

In Gleis 3 baute derweil das Duo Realtime ihr Equipment auf. Realtime, das sind Thomas Bock und Norbert Hensellek, spielen seit 11 Jahren traditionelle elektronische Musik. Mittlerweile haben sie ihre fünfte CD produziert und auf den Markt gebracht. Was fasziniert an elektronischer Musik? Thomas Bock meinte dazu:

„Man kann aus einem großen Pool an Klängen schöpfen und eine wesentlich größere Vielfalt erzeugen. Obwohl es elektronisch ist, haben wir im Studio alles live eingespielt. Der Bezug zu natürlichen Klängen ist für uns stärker, obwohl wir auch auf synthetische Klänge zurückgreifen. Das Elektronische ermöglicht uns, neue Klangebenen zu schaffen und dadurch Klanglandschaften zu erzeugen. Das Monophone wird durch immer wiederkehrende gleiche Töne umgesetzt und so ein regelrechter hypnotischer Effekt erzeugt.“

Thomas Bock vom Duo Realtime beim Aufbau des Equipments. Zusammen mit Norbert Hensellek wird er später die Zuschauer mit traditioneller elektronischer Musik unterhalten. / Fotos (5): M. Hörle

Thomas Bock vom Duo Realtime beim Aufbau des Equipments. Zusammen mit Norbert Hensellek wird er später die Zuschauer mit traditioneller elektronischer Musik unterhalten. / Fotos (5): M. Hörle

Um 20 Uhr traten Steve Baltes und Stefan Erbe Im Atelier Pest-Projekt auf und bildeten den musikalischen Abschluss dieses Events, so dass die Gäste bis zum Schluss die einzigartige Kombination aus Kunst und Musik erleben konnten. (mh)

Fotos der Galerie: Martina Hörle

Erstellt von am 21.02.2016.