Solingen: Lions Hilfswerk stockt Spende für die Tafel auf

Solingen/ Das Lions Hilfswerk unterstützt die Solinger Tafel jedes Jahr mit einem festen Betrag. Da die Tafel aufgrund der Flüchtlingskrise derzeit vor riesigen Herausforderungen steht, hat das Hilfswerk in diesem Jahr noch einmal draufgelegt.

Thomas Heinz (li.) und Dr. Christoph Zenses vom Vorstand der Solinger Tafel freuen sich über die finanzielle Zuwendung des Lions Hilfswerkes, die Dr. Richard Sonnenscheid (re.) jetzt mitbrachte / Foto: B. Glumm

Heinz Thomas (li.) und Dr. Christoph Zenses vom Vorstand der Solinger Tafel freuen sich über die finanzielle Zuwendung des Lions Hilfswerkes, die Dr. Richard Sonnenscheid (re.) jetzt mitbrachte / Foto: B. Glumm

Die Zahlen, die Dr. Christoph Zenses vom Vorstand der Tafel der Presse jetzt präsentierte, sind dramatisch. Rein rechnerisch kamen in einem Zeitraum von Januar bis September jeden Tag sieben bis acht neue Kunden zur Solinger Tafel.

Derzeit versorgen sich 2134 Erwachsene und 1024 Kinder bei der Tafel mit Lebensmitteln. „40 Prozent davon sind Flüchtlinge“, erklärt Dr. Christoph Zenses. Und es werden mehr werden, dessen ist man sich bei der Tafel bewusst.

Das weiß auch das Lions Hilfswerk, weshalb man sich beim Verein dazu entschied, die Solinger Tafel in diesem Jahr noch einmal extra mit einer Spende zu unterstützen. Insgesamt freut sich die Solinger Tafel jetzt über 10.000 Euro, die das Hilfswerk zur Verfügung stellt. Das ist die größte Spende, die es für die Tafel je gab.

Geld, das man dort sehr gut gebrauchen kann. „Die Mehrspende kommt ganz besonders den Flüchtlingen zugute“, sagt Dr. Richard Sonnenschein, Acitivity-Beauftragter des Lions Hilfswerkes des Solinger Lions Club.

Da über die Weihnachtsfeiertage die Räume der Tafel geschlossen sind und die Leute vorher mit Paketen versorgt werden, kommt auf die Ehrenamtler der Tafel ein massiver Mehraufwand hinzu. Denn viele der Flüchtlinge kommen aus muslimischen Ländern und bringen deshalb ihre ganz eigenen Religionsvorschriften und Essgewohnheiten mit.

Das bedeutet für die Tafel konkret, dass man für die Flüchtlinge andere Lebensmittel zusammenstellen muss. So ist Schweinefleisch beispielsweise tabu. Mehr als 3000 Menschen kommen inzwischen zur Tafel, um Lebensmittel zu erhalten.

„Es ist wirklich sehr schwierig geworden, inzwischen schieben sich die Massen hier durch die Räume“, berichtet Dr. Christoph Zenses über teilweise chaotische Zustände während der Essensausgabe.

Vor allem die Sprachbarriere mache die Arbeit der ehrenamtlichen Kräften der Tafel mit den vielen Flüchtlingen zunehmend schwierig. (bgl)

Erstellt von am 11.11.2015.