Solingen: Glaskunst im Glashaus – Ausstellung im Botanischen Garten

Solingen/ von Martina Hörle – Seit vielen Jahren gehört die Glaskunst zu ihrem Leben. Das Künstlerehepaar Ursula und Karl Werner Bich aus Wuppertal zeigt seine außergewöhnliche Ausstellung in der Orchideenhalle im Bot. Garten. Zu besichtigen sind neben Skulpturen auch Bilder und Schmuck.

Ursula Bich vor einer ihrer Skulpturen, die in mehreren Tagen Arbeit entstanden ist.

Ursula Bich vor einer ihrer Skulpturen, die in mehreren Tagen Arbeit entstanden ist.

„Ich bin schon immer sehr kreativ gewesen“, erzählt Ursula Bich. „Anfangs habe ich Motive gezeichnet, die mein Mann mit verschiedenen Materialien umgesetzt hat. Zunächst war es Metall – der Röhrenlampenschirm hängt heute noch im Flur – später Holz.“

In den Neunzigern entdeckte sie ihre Vorliebe für Tiffany-Glasgewächshäuser. Aber mit drei Kindern und nur einem Verdienst waren sie nicht erschwinglich. Daraufhin belegte Karl Werner Bich einen VHS-Kurs, um zu lernen, wie er für seine Frau ein solches Gewächshaus selbst anfertigen konnte.

Doch der Kursleiter wurde krank und seine Frau, die ihn vertrat, verstand sich nicht besonders aufs Glasschneiden. Da beschloss Karl Werner Bich, sich diese Fertigkeit autodidaktisch anzueignen.

Ein Fensterbild, bewusst nicht vollständig mit Glas ausgefüllt.

Ein Fensterbild, bewusst nicht vollständig mit Glas ausgefüllt.

Ein Entschluss mit Folgen. Während man sich anfangs noch mit Tiffany befasste, wollte Ursula Bich später lieber ihre eigenen Ideen umsetzen. Und so begann die Tätigkeit als freischaffende Künstlerin.

Neben anderen Fertigkeiten erlernte sie das Glasblasen vor der Lampe, bei dem je nach Beeinflussung der Flamme chemische Reaktionen geändert werden und so zu unterschiedlichen Wirkungen der Glasoberfläche führen können. Acht Jahre besuchte Ursula Bich die internationale Kunstakademie in Frauenau. 2010 war sie in der Meisterklasse von Vladimir Klein, CZ.

Das umfangreiche Sortiment an Schmuck findet großes Interesse bei den Besuchern.

Das umfangreiche Sortiment an Schmuck findet großes Interesse bei den Besuchern.

Einige ihrer Arbeiten sind Auftragsarbeiten. Aber zu anderen Werken hat sie einen ganz besonderen persönlichen Bezug. So beispielsweise zu einer Skulptur, die den Namen „Geborgenheit“ trägt. Ein großes Herz als Schale und ein zweites leicht gebogenes Herz, welches in der Schale steht.

Das gebogene kranke Herz findet Geborgenheit im anderen. Eine wunderschöne Umsetzung einer schweren Zeit, in der sie krank war und bei ihrem Mann die Geborgenheit fand.

Ursula und Karl Werner Bich sind jetzt seit 51 Jahren verheiratet. Beide lieben die Glaskunst. / Fotos (4): M. Hörle

Ursula und Karl Werner Bich sind jetzt seit 51 Jahren verheiratet. Beide lieben die Glaskunst. / Fotos (4): M. Hörle

Die beiden sind jetzt seit 51 Jahren verheiratet. Beide in den Siebzigern planen sie die nächste Lebensphase. Neue Arbeiten mit Glas wird es nicht mehr geben. Die Betriebsstätte wird aufgelöst. Aber selbstverständlich können ihre Werke weiterhin besichtigt werden. (mh)

Weitere Informationen gibt es unter:

www.bich-glaskunst.de

Erstellt von am 18.10.2015.