Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft: Kein Feuer des Hasses

Logo_ELSGSolingen/Wuppertal Schockiert ist die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft von den antijüdischen Stimmen, Gewaltausbrüchen und Anschlägen auf Synagogen mitten in Europa, mitten in Deutschland. Der Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal, der Heimat der größten deutschjüdischen Dichterin, fast 70 Jahre nach dem Ende des Naziterrors muss die Zivilgesellschaft alarmieren.

Der Antisemitismus ist nicht nur das Problem islamischer Immigranten. Leser der sozialen wie etablierten Medien können feststellen, dass selbst deutsche bürgerliche Intellektuelle die Gefahr des Antisemitismus herunterreden (wie Walter von Rossum auf der Seite von WDR 5 noch am Vortag des Brandanschlages), Israel mit den Nazis gleichsetzen, in dem sie Gaza als neues Warschauer Ghetto bezeichnen oder den jüdischen Siedlungsbau mit dem Überfall der Wehrmacht auf Polen gleichstellen, wie es vielfach auf Facebook zu finden ist. Antisemitische Parolen wie von den „Kindermördern Israel“ sind lautstark zu hören. Israelis werden als Vampire dargestellt, die Babys aussaugen.

Die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft hat auch immer wieder Stimmen, die die offizielle israelische Politik gegenüber den Palästinensern kritisieren, auf ihren Veranstaltungen und in ihren Publikationen zu Wort kommen lasse, wie den Historiker Moshe Zuckermann, den Schriftsteller Uri Avnery oder zuletzt die Autorin und Schauspielerin Sara von Schwarze. Wer aber ehrlich für das Existenzrecht Israels eintritt, muss diesem Staat zubilligen, sich gegen Angriffe, auch von Terroristen zu wehren. In Israel gehen Tausende, vornehmlich junge Leute gegen den Krieg in Gaza auf die Straße, während die Aktionen und die Strategie der Hamas, die auch gegen die palästinensische Zivilbevölkerung gerichtet ist, kaum öffentlichen Protest erfährt. Nicht in Deutschland, nicht in Frankreich, nicht in Ramallah!

Wir setzen uns für einen dauerhaften und gerechten Frieden in Israel, in Palästina, in Syrien, im Irak und Mossul, im Sudan und auch in Nigeria ein. Das Feuer des Hasses darf aber auch in Deutschland nicht wieder auflodern, gleichgültig, von wem es wieder entfacht wird!

Erstellt von am 30.07.2014.