Solingen: So klappt die Zusammenarbeit beim Ehrenamt

Ein Drittel der Menschen in Deutschland engagiert sich ehrenamtlich. Die Bereitschaft, etwas für die Gesellschaft zu tun, steigt gerade unter den älteren Bürgern an – zugleich wächst in einer alternden Gesellschaft die Nachfrage nach freiwilliger Hilfe. Das Ehrenamt ist eine wichtige Säule in der Arbeit mit und für alte Menschen.

„Kaum einer spricht aber über die Probleme bei der Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen. Das ist eine Voraussetzung dafür, die Formen der Zusammenarbeit weiterzuentwickeln“, sagt Dr. Peter Michell-Auli, Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA). Das KDA erklärt in der aktuellen Ausgabe seines Fachmagazins ProAlter, wie die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen funktionieren kann.

Konflikte können an vielen Stellen entstehen: zum Beispiel, wenn hauptamtliche Kräfte sich Sorgen machen, dass ihre eigene Arbeit durch die ehrenamtliche Hilfe überflüssig wird. Ehrenamtliche Kräfte hingegen haben manchmal das Gefühl, viel zu arbeiten, aber wenig entscheiden zu dürfen. „Es ist menschlich, dass wir bei der Arbeit an sozialen Projekten bisweilen Konflikte austragen müssen“, sagt Michell-Auli. Dies sei aber kein Grund, an der ehrenamtlichen Hilfe als solcher zu zweifeln. Stattdessen können besonders die hauptamtlichen Kräfte lernen, die Konflikte zu lösen. „Moderation, Qualifizierung, Vernetzung oder Hilfe in Krisensituationen gehören zu den Aufgaben eines professionellen Freiwilligenmanagements“, erklärt Gabi Klein, Referentin im KDA.

Optimal funktioniert die Zusammenarbeit, wenn die Freiwilligen Angebote zur Mitarbeit erhalten, die zu ihren Interessen passen. Zugleich sollten hauptamtliche Mitarbeiter die Zusammenarbeit managen und Konflikte lösen. Bei vielen Schwierigkeiten hilft eine klare Kommunikation und Aufgabenverteilung sowie die gegenseitige Wertschätzung.

Laut dem 3. Freiwilligensurvey stieg das Engagement älterer Menschen zwischen 1999 und 2009 kontinuierlich an. Die jüngste Generali Altersstudie rechnet hoch, dass sich Senioren (65 Jahre und älter) rund 1,48 Milliarden Stunden pro Jahr engagieren. Das entspricht etwa 870.000 Vollzeitstellen. Knapp jeder Fünfte gibt an, sich noch stärker engagieren zu können. „Freiwilliges Engagement bietet ein enormes Potenzial, um gesellschaftliche Herausforderungen zu lösen und die Gesellschaft zu gestalten – wenn es anerkannt, gefördert und gemanagt wird“, sagt Michell-Auli.

Erstellt von am 18.03.2013.