Jürgen Hardt MdB: NRW verspielt Chance – zu viel Ruhrgebiet!

Die rot-grüne Landesregierung von Nordrhein-Westfalen wird die Müngstener Brücke nicht für die Auswahl als UNESCO-Welterbe anmelden. Hierzu erklärt der Bundestagsabgeordnete für Solingen, Remscheid und Wuppertal II, Jürgen Hardt (CDU):

Jürgen Hardt, MdB (CDU)

Ich bedauere, dass die rot-grüne Landesregierung die Müngstener Brücke bei ihrem Vorschlag für das deutsche Welterbe nicht berücksichtigt. Ich halte es für einen Fehler, dass NRW nur einen Vorschlag macht.

Die SPD-geführte Landesregierung bleibt bei ihrer Ruhrgebiets-Arbeiterromantik. Ich werde den Eindruck nicht los, dass mit der Entscheidung wieder die SPD-Klientel im Ruhrgebiet zufrieden gestellt werden soll. Der für die Entscheidung verantwortliche Bauminister Groschek ist Oberhausener und in Essen zur Schule gegangen. Ein Schuft, wer Böses dabei denkt. Die Blamage wäre komplett, wenn NRW nun auch noch mit seinem einzigen Vorschlag scheitern würde. Das will ich aber im Interesse des Landes und seiner Bürger nicht hoffen.

Anders als die ursprünglich mit in die Auswahl einbezogenen historischen Bauwerke, die historischen Stadtzentren und die nun ausgewählte „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ hat die Müngstener Brücke ein echtes Alleinstellungsmerkmal gegenüber allen anderen potenziellen Mitbewerbern bundesweit. Denn sie ist ein historisches Bauwerk in der das 20. Jahrhundert prägenden Stahlbautechnik, welches nach wie vor wie ursprünglich genutzt wird, nämlich als Eisenbahnbrücke.

Es sind nicht die mit hohen Subventionen zu Museen oder Designzentren umgewandelten Industrieruinen, die Deutschland in Europa ausmachen, sondern Verkehrswege, die Verbindungen schaffen. Außerdem ist die „Zeche Zollverein“ als Ruhrgebietssymbol bereits Welterbe. Das Ruhrgebiet war „Kulturhauptstadt Europas“. Doch NRW ist mehr als nur das Ruhrgebiet.

Erstellt von am 30.06.2012.

7 Kommentare Jürgen Hardt MdB: NRW verspielt Chance – zu viel Ruhrgebiet!

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  2. marpet

    01/07/2012 bei 11:21

    Auf diesem Wege (Link von den ruhrbaronen) habe ich auch mal von dieser Brücke erfahren. Ein interessantes altersschwaches Bauwerk von lokaler Bedeutung. Aber UNESCO-Welterbe? Insgesamt die Äußerung eines Politikers, der recht platt seine lokale Klientel streicheln will.

  3. Alf

    01/07/2012 bei 20:26

    Herr Groschek, Frau Löhrmann, Frau Kraft, das sind immer noch Rheinländer

  4. Katrina W.

    02/07/2012 bei 09:52

    @marpet:
    Was ist denn an den Zechen von internationaler Bedeutung? Die meisten Rührgebiets-Zechen sind doch schon längst umgewandelt zu irgendwelchen Veranstaltungsorten oder Museen! Bunt angestrahlt übrigens. Das entspricht meiner Meinung nach nicht den Vorgaben, die ein Weltkulturerbe zu erfüllen hat, denn das muss im ursprünglichen Zustand belassen sein und genau das ist die Müngstener Brücke. Herr Hardt hat Recht, wenn er bemerkt, dass NRW nicht nur aus dem Ruhrgebiet besteht! Wir sind hier im Bergischen Land noch strukturschwächer als das Ruhrgebiet und trotzdem schafft dieses mit seiner Lobby, dass andere Regionen bei solchen Projekten und auch Fördergeldvergaben regelmäßig (!) leer ausgehen.

    Dass Sie die Brücke nicht kennen, obwohl Sie keine 100km davon entfernt leben, zeugt davon, dass diese bekannter gemacht werden muss. Stellen Sie sich mal drunter und staunen! Technik und Aussehen der Konstruktion ähneln dem Eiffelturm, die Höhe von 107m ist auch gewaltig, die Spannweite von ca. 500m war damals eine Herausforderung für die Erbauer. Und: Sie ist einfach schön!

  5. Dirk Schmidt

    02/07/2012 bei 13:20

    > Die SPD-geführte Landesregierung bleibt bei ihrer Ruhrgebiets
    > Arbeiterromantik. Ich werde den Eindruck nicht los, dass mit der
    > Entscheidung wieder die SPD-Klientel im Ruhrgebiet zufrieden gestellt
    > werden soll.

    Der Abgeordnete Hardt zeigt mir mehr einen ländlichen Anti-Ruhrgebiet-Reflex. Gleich mal die falsche Subventionsleier vom schmuddeligen Subventionskund gesungen. Der CDU-Klientel im Ruhrgebiet gefällt dieser Vorschlag auch – nämlich mir.

  6. Dirk Schmidt

    02/07/2012 bei 13:23

    Der Abgeordnete Hardt hat die Subventionen für den Müngstener Brückenpark im Rahmen der Regionale 2006 vergessen zu verwähnen.

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