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Stadt Solingen gegen Extremismus

Solingen/ Entschieden spricht sich Solingens Oberbürgermeister, Norbert Feith, gegen Extremismus aus. “Unsere Stadt wurde als Plattform der Auseinandersetzung zweier extremer Gruppen missbraucht, von denen die meisten Teilnehmer von auswärts zugereist sind”, lautet die Bilanz von Oberbürgermeister Norbert Feith am heutigen Nachmittag.

OB Norbert Feith

Demonstranten von “Pro NRW” hatten im Rahmen einer genehmigten Demonstration vor dem Rathaus und der nahe gelegenen Millatu-Ibrahim-Moschee Mohammed-Karikaturen hochgehalten und waren daraufhin von jungen, gewaltttätigen Salafisten angegriffen worden, die aus der im Hintergebäude der Konrad-Adenauer-Straße 26 gelegenen Moschee gekommen waren. Dabei wurden auch drei Polizisten verletzt.

Norbert Feith zeigte wenig Verständnis für eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster, das ein polizeiliches Verbot gegen die provozierende Aktion der Rechtsextremen am Montagabend in zweiter Instanz aufgehoben hatte. Er dankte der Polizei für ihren “konsequenten, klaren Einsatz”. Bis zum Nachmittag gab es rund 30 Festnahmen, die Festgenommenen wurden zur erkennungsdienstlichen Behandlung ins Wuppertaler Präsidium gebracht.

“Wir leben in Solingen in guter Gemeinschaft, und das lassen wir uns nicht kaputt machen”. In dieser Einschätzung waren sich Norbert Feith, Ordnungsdezernent Robert Krumbein und die Intergrationsbeauftragte Anne Wehkamp vor Ort mit Anwohnern der Konrad-Adenauer-Straße und zahlreichen Mitgliedern muslimischer Gemeinden einig.

Spontan vereinbarte Feith mit Adem Acer, Vorstandsmitglied des Integrations- und Kulturvereins, eine Einladung an alle muslimischen Vereine und Gemeinden zu einem Treffen am kommenden Sonntag, 6. Mai, in dessen Räumen an der KonradAdenauer-Straße 22.

“Es geht mir darum, Solidarität mit den Muslimen dieser Stadt zu zeigen, die mit dem Extremismus der militanten Salafisten nichts zu tun haben”, sagt Feith. Ziel sei es auch, gemeinsam zu überlegen, was man tun könne, um junge Leute von extremen Gruppierungen religiöser wie politischer Ausprägung fern zu halten.

Darum geht es auch bei einer Fortbildungs- und Informationsveranstaltung „Über den Umgang mit Salafismus”, die die Stadt Solingen am Donnerstag, 24. Mai 2012, von 16 bis 19.30 Uhr im Kammermusiksaal anbietet. Sie richtet sich an Lehrkräfte, Pädagogen, Multiplikatoren in Moscheen und Migrantenvereinen, an Kirchen, Beratungsstellen, aber auch an interessierte Bürger.

Weit über 1.000 Solingerinnen und Solinger haben sich inzwischen mit ihrer Unterschrift einer Erklärung von OB Feith, Vereinen, Schulen, Verbänden, Jugendorganisationen und Gemeinden angeschlossen, mit der sie sich “von den radikalsalafistischen Aufrufen und Botschaften, die von der MillatuIbrahim-Moschee ausgehen”, distanzieren und sich zu Toleranz, Freiheit und Demokratie bekennen.

Geschrieben von am 02.05.2012.