Altenstiftung unterstützt bergisches Kinderhospiz

Solingen/ Mit faktisch 50.000 Euro unterstützt die Altenstiftung der
Stadt-Sparkasse das geplante Kinderhospiz „Burgholz“ in Wuppertal.

Am Montag (30. Januar) informierte sich Oberbürgermeister Norbert Feith in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Kuratoriums der Altenstiftung über das Projekt, das von der Wuppertaler Bethe-Stiftung, der Diakonie Wuppertal und der Caritas Solingen-Wuppertal getragen wird. „Das Kinderhospiz erfüllt mit der Förderung eines Jugendbereichs den in unserer Satzung festgelegten Nebenzweck der Altenstiftung“, erläuterte Manfred Kartenberg, Vorstandsmitglied der Stadt-Sparkasse.

Feith hob für das „zutiefst humane und wichtige Projekt“ zugleich die Kooperation der drei bergischen Städte hervor: Auf Wuppertaler Stadtgebiet entsteht das Hospiz an der Stadtgrenze zu Remscheid auch mit Solinger Mitteln. Von den 46 Familien, die seit der Gründung im Jahr 2006 die ambulanten Hospizhilfe der Caritas in Anspruch nahmen (aktuell 30), kommen etliche aus der Klingenstadt.

Für stationäre Aufenthalte nutzen Betroffene derzeit die Kinderhospize in Düsseldorf und Olpe. Die geplante Einrichtung in Wuppertal mit zwölf stationären Plätzen sei „der Mosaikstein, der in Solingen noch gefehlt hat“, erklärte Ruth Heinisch, die seit über 20 Jahren in der örtlichen Hospizarbeit aktiv ist.Überwältigt zeigte sie sich von der Spendenbereitschaft der Solinger: „In zwei Monaten sind 110.488 Euro zusammengekommen“ – ein Betrag, dessen Höhe auch der
„Verdopplungsaktion“ des Stifterehepaars Roswitha und Erich Bethe zu verdanken ist. Ein Hauptzweck ihrer 1996 gegründeten Stiftung ist die Errichtung von Häusern zur Sterbebegleitung todkranker Kinder und Jugendlicher.

Bundesweit haben sie bereits zehn Kinderhospize angeschoben – in Wuppertal, dem elften, sitzen sie auch im Stiftungsvorstand. „Das ist ein Novum“, weiß Dr. Christoph Humburg. Der Geschäftsführer des bergischen Caritasverbandes Solingen-Wuppertal ist zuversichtlich, dass der Spatenstich für den Umbau des ehemaligen Kinderheims am Wuppertaler Südrand noch in diesem Jahr erfolgen kann. 4,5 Millionen sind für Grunderwerb und Bau vonnöten; 80 Prozent der Gesamtsumme
müssen vor Baubeginn eingeworben worden sein. „Bislang sind schon über 2,9 Millionen Euro an Spenden eingegangen“, freut sich Zita Hölschen vom Vorstand der Kinderhospiz-Stiftung Bergisches Land.

Das geplante Projekt stößt nicht nur in der Bevölkerung auf breite Akzepanz: „Die Bauvoranfrage ist bereits positiv beschieden worden, obwohl das Gelände in einem Landschaftsschutzgebiet liegt“, hebt Caritas-Sprecherin Susanne Bossy hervor. Die hohen Betriebskosten von jährlich rund 600.000 Euro – immerhin werden 95 Prozent der Patienten-Pflege refinanziert – seien nicht nur auf den medizinischen, sondern vor allem auch auf den psychologischen und
therapeutischen Betreuungsbedarf der todkranken Kinder, ihrer
Eltern und Geschwister zurückzuführen.

Denn in Ergänzung zu den ambulanten Kinderhospizdiensten, die die Familien in ihrer häuslichen Umgebung betreuen, soll das Kinderhospiz Burgholz ein Zuhause auf Zeit in familiärer Atmosphäre bieten.
Betreuungs- und Pflegeangebote für die betroffenen Kinder sollen helfen, wenn die Pflegeperson Urlaub braucht, eine Kur durchführen muss, erkrankt ist oder eine andere Krisensituation eintritt.

Auch Eltern und Geschwister sollen die Möglichkeit haben, in diesem Haus Aufnahme und Entlastung zu finden. So will das Kinderhospiz Burgholz auch den familiären Zusammenhalt stärken – zumal, wie Ruth Heinisch weiß, Eltern und Geschwister oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stoßen.

„Vor allem bei mehrfach schwerstbehinderten Kindern oder jenen mit Stoffwechselerkrankungen ist eine Betreuung über Jahre vonnöten“, weiß Bossy. Gleichwohl wolle das Kinderhospiz – schon allein durch seine Architektur, die Farbgebung und therapeutische Inhalte – „einen Gegenpol zum Leiden setzen und die Kinder nicht auf ihre Krankheit reduzieren“. Deshalb sei man froh, ein naturverbundenes Areal mit viel Platz zum Spielen und sogar einem Grillplatz gefunden zu haben – einen Ort also, an dem auch Eltern und Geschwister einfach mal entspannen können.

Erstellt von am 31.01.2012.