Solingen: Antisemitismus bei der Linkspartei?

Solingen/ Neues Ungemach für die Linke. Wie das Internetportal Ruhrbarone enthüllte, wurde ein Flugblatt, in dem Hakenkreuz und Davidstern zusammenwachsen, auf den Servern der Linkspartei zum Download bereitgehalten. Einen Link zu einer Seite auf der man Hitlers „Mein Kampf“ herunterladen konnte komplettierte das Hetzangebot.

Der Journalist Stefan Laurin erstatte Strafanzeige.

Screenshot des Flugblattes Bild: Ruhrbarone

Wie zwischenzeitlich bekannt wurde, ermittelt nun auch die Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung, gegen den Kreisverband der Linken in Duisburg, auf deren Seiten das Pamphlet zu lesen war. Der Kreisverband  versuchte die Verantwortung, nun da die Sache öffentlich geworden war, auf diffuse Interneteindringlinge zu schieben, ja sogar ein Mitglied des Jugendverbandes sei Schuld.

Da sich auch die Spitze der Linken NRW bemühten, dass Thema Antisemitismus möglichst klein zu reden, und herunter zu spielen, haben wir ein wenig recherchiert, und sind fündig geworden.

Die Kreisvorsitzende der Solinger Linkspartei Birgül Ünlü höchst persönlich ist Mitglied einer Facebookgemeinschaft, die sich scheinbar den Antisemitismus auf die Fahnen geschrieben hat, und deren Mitglieder sich lesen, wie das who is who der Linkspartei. Weiteres prominentes Mitglied ist der Fraktionsgeschäftsführer der NRW-Linken, Ralph Michalowski. Von Antizionismus und Boykott Israelischer Produkte ist dort die Rede, die meisten Wortbeiträge lese ich mit Kopfschütteln.

Screenshot der Hass-Webseite

Screenshot der Hass-Webseite

 

 

 

 

 

 

 

Ein wesentliches Detail, bereits beim Betreten der Webseite wird deutlich, dass Diskussionen hier unerwünscht sind, Meinungen stehen scheinbar fest.

Es geht in dieser Gruppe nicht um Diskussion, sondern um Information über den BAK und seine Machenschaften und einen anderen Blickwinkel auf den Nahost-Konflikt. Wir bitten das zu berücksichtigen, Hasbara führt zum unmittelbaren Ausschluss.

Das Wort Hasbara steht in diesem Zusammenhang für pro Israelische Meinung.

Natürlich wollten wir von der Vorsitzenden der Solinger Linken wissen, wie sie, und ihre Partei, es denn mit Israel halten, und ob es Beziehungen zu Solingens Partnerstadt Ness Ziona gibt. Die Linkspartei war allerdings zu einer Stellungnahme nicht bereit. Lediglich dem Solinger Tageblatt erklärte Frau Ünlü, knapp, dass sie der Gruppe beigetreten sei, „nur um mich zu informieren“.

Den dazu passenden Kommentar lesen sie hier.

Erstellt von am 30.04.2011.

4 Kommentare Solingen: Antisemitismus bei der Linkspartei?

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  2. Ehrlichmann

    01/05/2011 bei 17:56

    Sie schreiben: „Von Antizionismus und Boykott Israelischer Produkte ist dort die Rede, die meisten Wortbeiträge lese ich mit Kopfschütteln.“

    Sie sollten Ihren Kopf nicht zum Schütteln, sondern zum Nachdenken und Verstehen nutzen. Dort steht zwar etwas zum „Antizionismus“, aber es wird eingefordert, dass man „Antizionismus“ nicht mit „Antisemitismus“ gleichsetzt. Es steht auch was zum „Boykott israelischer Produkte“, aber es wird ganz klar abgelehnt zu deren Boykott aufzurufen.

    Sie sind mir schon ein rechter Stoffel! Mit Ihrer Logik würden Sie wohl auch jeder Publikation unterstellen für die Todesstrafe zu sein, nur weil über Hinrichtungen in irgendeinem Land der Welt berichtet wurde.

  3. Andreas Ramm

    03/05/2011 bei 06:07

    @Ehrlichmann: Also um ehrlich zu sein ist es ihre Argumentation, der ich nicht folgen kann. Die Ausrede dieser komischen Linkspartei und ihrer Vorsitzenden bekommen aber erst dadurch ein besonderes ‚Geschmäckle‘, dasss man dieser FB-Gruppe gar nicht beitreten muss um sich zu informieren weil alle Inhalte ohnehin öffentlich sind.
    Und lieber Ehrlichmann: Man muss nich unbedingt eine Israel-Flagge im Wohnzimmer hängen haben, aber eines sollten sie sich hinter die Ohren schreiben: WER IM GLASHAUS SITZT SOLL NICHT MIT STEINEN SCHMEISSEN!!!
    Ich denke nicht das unser aller tägliches Handeln uns dazu berechtigt mahnend und mit erhobenem Zeigefinger durch die Welt zu laufen. Und in manchen Dingen steht uns etwas mehr Zurückhaltung wesentlich besser zu Gesicht. Deshalb sollte man, um ein geflügeltes Wort zu benutzen, „vielleicht einfach bei mal die Fresse halten!‘
    Wenn Kommunisten für Menschenrechte eintreten dann ist das für mich das Paradebeispiel für Verlogenheit und Heuchelei. Glauben sie nicht? Dann lesen sie mal hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Stalin

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